„John Franklin war schon zehn Jahre alt und noch immer so langsam, dass er keinen Ball fangen konnte.“ Für mich ist dieser Satz aus Sten Nadolnys vielfach preisgekröntem Bestseller „Die Entdeckung der Langsamkeit“ der mit Abstand schönste erste Satz eines Romans. Dagegen kann „Ilsebill salzte nach“ kein bisschen anstinken!
Seitdem hat mich nie wieder ein erster Satz so in einen Roman hineingezogen wie dieser aus der spannenden Geschichte über den Nordpolfahrer John Franklin. Und das Schöne ist: Dieses Buch ist voll solcher wunderbarer Sätze. Außerdem ist es magisch. Das Buch, meine ich. „Die Entdeckung der Langsamkeit“ ist nicht nur der Titel. Nein, der Titel ist Programm: Man entdeckt tatsächlich die Langsamkeit und ihre Vorzüge. Man kommt runter, man entschleunigt, man beruhigt sich und kann plötzlich das hektische Leben drumherum gar nicht mehr so richtig erfassen.
Man wähle also den Zeitpunkt der Lektüre genau. Steht man unter Druck und sollte enge Deadlines halten, kann es passieren, dass man das nicht mehr schafft. Denn man muss lesen und lesen. Langsam lesen. Ich habe das Buch vor vielen Jahren im Urlaub in Portugal verschlungen. Das passte genau und verdoppelte den Erholungseffekt. Um mich herum brauste die Großstadt Lissabon. Doch ich las. Langsam.
Von Annette Lindstädt, herzlichen Dank!
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