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Archive for the ‘Bojen im Büchermeer’ Category

Bojen im Büchermeer

Sonntag, März 7th, 2010

khaled

Der Afghane, ja, der kann erzählen. Den “Drachenläufer” kennen Sie, und wenn Sie ihn nicht gelesen haben, so haben Sie doch sicher den Film gesehen. Im Augenblick lese ich den Folgeroman, die Tausend tollen Sonnen. Zumindest im Englischen heißt er so: “A Thousand Splendid Suns”. Ach - das gleitet so schön dahin, fast nur Dialoge und dazwischen ein kleiner Satz mit einer Beobachtung, die ebenso unauffällig wie sprechend ist. Dies beiläufige, unangestrengte Erzählen - das macht den Meister aus. Ich bin erst auf Seite 130, aber ich freue mich auf jede, die ich noch umblättern werde … empfehlenswert, beide Bücher.

PS Die Sonnen fertig gelesen. Am Ende hatten beide - leser und Autor - keine so ganz große Lust mehr. Aber der Anfang ist wunderbar!

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Bojen im Büchermeer: Daphne du M.

Samstag, Februar 27th, 2010

maurier

Wer kennt “Rebecca” nicht? Den Film (1940 gewann er immerhin einen Oscar), den Roman? Oder “Die Vögel”? Den Film, die Kurzgeschichte? Oder “Wenn die Gondeln Trauer tragen”? Den Film, die Erzählung (unter dem Namen: “Dreh dich nicht um”)?

Kurzum, Daphne du Maurier konnte es. Schon zu Lebzeiten - sie ist 1989 in Cornwall gestorben - nannten man ihre Produktion melodramatisch. Das klingt abwertend. Zu unrecht - ihre Texte sind hochdramatisch, heftig emotionsgeladen, psychologisch stimmig und vor allem total spannend. Melo - what? Außerdem war sie eine Hübsche. Und was soll an Romanzen schlecht sein?

Eine Hübsche, die wohl zeitlebens mit ihren lesbischen Neigungen kämpfte. Behauptet jedenfalls wikipedia. Von ihr stamme der Ausdruck “the boy in the box” - ein treffendes Bild für etwas Explosives, das unterdrückt wird.

Ich empfehle Ihnen, Daphne du Maurier noch einmal neu zu entdecken! Sie hat’s verdient.

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Bojen im Büchermeer: Wenn…

Samstag, Februar 20th, 2010

wenn

Heute ist es ein kleines blaues Büchlein in Vokabelheftgröße, das ich Ihnen ans Herz legen will. Aus der Reihe Herder Spektrum, 188 Seiten. Ausgedacht (geschrieben kann man das vermutlich nicht nennen) von dem Autorenpaar McFarlane/Saywell: “Das Buch vom Wenn. Überraschende Aussichten.” Der ganze Inhalt besteht aus Fragen. Fragen, die es in sich haben, weil sie den Befragten zur Standortbestimmung zwingen. Ich gebe mal ein paar Beispiele:

Wenn Sie eine Ihrer täglichen Pflichten für immer streichen könnten (nicht Ihren Job) - welche wäre das?

Wenn Sie erfolgreich in einem anderen Beruf sein könnten - welcher wäre es?

Wenn Sie etwas an Ihrem Aussehen bleibend verändern könnten - was wäre es?

Tja, und so geht das immer weiter und man kommt ins Grübeln. Eine meiner Antworten verrate ich Ihnen, aber die Frage dazu müssen Sie schon selber finden: London.

…………………………………..

Sie finden das Büchlein - übrigens auch ein wundervolles Geschenk - hier. Hoppla! 25 Euronen!! Ein teures Geschenk, aber für philosophische Naturen seinen Preis wert.

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Bojen im Büchermeer: Bonjour Tristesse

Samstag, Februar 13th, 2010

fs 

Angesichts der Hegemann-Hype habe ich über weitere Explosivromane nachgedacht, die von siebzehnjährigen weiblichen Frechdäxen (schreibt man es so?) in die erstaunte Erwachsenenwelt hinausgefeuert wurden. Ja, und da ist mir die in Maßen verruchte Francoise Sagan eingefallen, deren "Bonjour Tristesse" mich damals vom Hocker katapultiert hat. So jung und schon so abgeklärt! So jung und schon so erfahren! So jung und schon so lakonisch!

Ich weiß nicht, was ich dächte, wenn ich dies Werklein heute noch einmal läse… habe noch keine Zeit dafür gehabt, ist mir eben erst eingefallen. In den Jahren nach der Erstlektüre habe ich aber alle Sagan-Romane verschlungen und ich meine schon, dass sie einen unnachahmlichen Sound kreiert hat, den heutzutage vielleicht nur Marianne Faithfull so hinkriegt, - mit ihrer Stimme, nicht mit Worten. Es gibt bestimmt noch eine ganz Menge Fräuleinwunder-Shootingstars über die Zeitläufte der Literaturgeschichte im 20. und 21. Jahrhundert. Wenn Ihnen jemand einfällt, lassen Sie es mich wissen …

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Bojen im Büchermeer

Sonntag, Februar 7th, 2010

Vorlage Boje - Kopie

Ich kann nicht sagen, dass ich immer und ständig ein Fan von HME wäre, aber sein Mathebuch “Der Zahlenteufel” hat es mir angetan. Illustriert von Rotraut Susanne Berner, im Hanser Verlag erschienen. Ein Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor der Mathematik haben.

Auf wen träfe das besser zu als auf mich? Na, auf Sie vielleicht auch. Oder? Sie brauchen jetzt nicht rot zu werden, das ist nichts Schlimmes. Einfach abends ein Enzenbergerhistörchen lesen und sich entspannen. Schön, wenn mit Kaugummis die Bruchzahlen erläutert werden oder man endlich versteht, weshalb die Römer doch untergehen mussten mit ihrem großen Reich: Sie hatten nämlich auf Biegen und Brechen ohne die Ziffer O auskommen wollen …und das war dann schließlich ihr Ende. “Der Zahlenteufel” seinerseits könnte am Ende Ihrer Mathe-Verspannung stehen…

………………………..

Das Buch hier.

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Bojen im Büchermeer: F.K. Waechter

Samstag, Januar 30th, 2010

schwein

Ein Bildband (broschiert) aus dem Diogenes-Verlag, aus der Serie “Club der Bibliomanen”, Zürich, 1978. Bestimmt gibt es das neu aufgelegt irgendwo, oder bei Ebay oder im Antiquariat. Ach, diese wunderbaren Zeichnungen, diese Witze, die gar keine sind und bei denen man doch lachen muss, oder zumindest schmunzeln…

“Noch nie in seinem ganzen Leben

hat sich der Hirsch so übergeben

wie gestern

bei seinen Schwestern.”

Und die Zeichnungen von Waechter dazu muss man sich natürlich denken…113 Seiten, jede Seite ein exquisiter Spaß. Titel “Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein”.

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Bojen im Büchermeer: Isa Schikorsky

Samstag, Januar 23rd, 2010

lek

Ist nur ein schmales Büchlein das, 50 Tipps auf 120 Seiten, bei Bod herausgebracht. Liest sich in einem Ruck durch, nichts davon neu, nichts überraschend. Und doch: So schlicht auf den Punkt gebracht hat alles, was der Autor wissen muss, noch keiner. Isa Schikorsky ist seit 95 Dozentin für literarisches Schreiben und arbeitet als Lektorin und natürlich Autorin, weiß mithin, wovon sie redet.

Was also steht drin? Tipps für Erzähltexte, Tipps für die ersten Schritte auf dem Literaturmarkt, Formfragen (wichtig!!!), Verlagssuche und - sehr hilfreich - eine lange kommentierte Liste aller möglichen Ratgeberbücher. Schikorsky scheut sich auch nicht, mal deftig abzuraten - das ist sehr sympathisch. Also kaufen - Newbies sowieso, aber auch für alte Hasen nützlich.Und wenn es nur darum wäre: Wie man ein Sachbuch hilfreich und gleichzeitig wortarm gestalten kann (am Aufgeblähten leiden ja fast alle).

Zum Buch hier.

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Bojen im Büchermeer: Roald Dahl

Montag, Januar 18th, 2010

r

Muss man dazu viel schreiben? Die Geschichte mit der Lammkeule als Mordwaffe, die seelenruhig aufgegessen wird, kennt fast jeder. Und die mit den zwei Männern in ihren Reihenhausscheiben, die die Ehefrauen tauschen, sicher auch. Und wenn nicht - ja, dann sollten Roald Dahls short stories dringend in Angriff genommen werden. Es gibt zahllose Ausgaben, einfach mal nachschauen (vorsicht, Kindergeschichten hat’s auch!), auswählen, ordern. Und lesen. Sie werden Ihren Spaß haben. Er ist einfach ein Einfalls-Meister, ähnlich wie Lawrence Block.

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Bojen im Büchermeer: Rosemaries Baby

Samstag, Januar 9th, 2010

Vorlage Boje - Kopie

Es ist schwer zu erklären, weshalb mir Ira Levins Thriller um Rosemaries Baby immer wieder so gefällt. Wenn ich das zerlesene Hardcover von 1967 (!) in die Hand nehme, bin ich zuallererst gerührt darüber, dass im Titel der deutsche Genetiv stimmt – ist ja nicht mehr immer so, heutzutage. Ich finde das Satansplot überzeugend und bin immer wieder erstaunt, mit welch schnellem Schritt der Autor durch die Gräulichkeiten saust. Vielleicht liebe ich das Buch aber auch nur, weil mir der Polanski-Film dazu so gefallen hat, wer weiß? Wunderbar gelungen ist in Buch und Film jedenfalls die Verschwörung – wie einer nach dem anderen aus Rosemaries Umgebung (der eigene Ehemann inclusive) plötzlich zu den Feinden gehört … o lala, das hat was.

Satan hat zwar den Autor Ira Levin erfolgreich gemacht, aber nicht unsterblich. Vor drei Jahren ist er in Manhattan einem Herzinfarkt erlegen. Er hat im Laufe seines Lebens nur (?) sieben Romane geschrieben, aber alle wurden über die Maßen erfolgreich. Rosemaries Baby (der Film) löste eine Reihe von satanischen Followers aus, wie “der Exorzist”, “das Omen” und anderen Kram.

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Bojen im Büchermeer: Jane Juska

Samstag, Januar 2nd, 2010

Vorlage Boje - Kopie

Selten in den letzten Jahren habe ich an einem Buch so viel Spaß gehabt wie an diesem.

“Before I turn 67 – next March – I would like to have a lot of sex with a man I like. If you want to talk first, Trollope works for me. NYR Box 10021” – das war die Annonce, die Jane Juska (sicher ein Pseudonym, oder?) aufgegeben hat, weil sie das im-Bett-allein-Sein satt hatte. Die Formulierungen in der Annonce zeigen sehr schön, wie sie es macht: Deftig und deutlich, aber high class. Trollope ist schließlich anspruchsvolle Lektüre, die ordinären und sexsüchtigen Männer haben sich gar nicht erst zu antworten getraut. Die anderen hat Jane sortiert und nach und nach durchprobiert. Manches ist so ehrlich, dass es schon wieder traurig ist, anderes zum Brüllen komisch. Aber nie, und das, glaube ich, ist eine hohe Kunst, peinlich. Für alle, die manchmal an der Einsamkeit verzweifeln möchten, ein wunderbares Buch.

Jane Juska hat damit in USA eine Lawine losgetreten und die Flut der Leserbriefe und mails, die sie erreicht haben, in einem weiteres Buch kanalisiert. Ich habe es begierig gekauft, war aber sehr enttäuscht dann. Lohnt nicht, kein zusätzlicher Erkenntnisgewinn…

PS “a roundheeled woman”, was soll das sein? Google verrät’s: “roundheeled” ist ein altmodischer Begriff für eine Frau, die zur Promiskuität neigt. Leicht zu haben, würden wir vielleicht sagen.

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