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Archive for the ‘Ceterum censeo’ Category

Ceterum censeo

Freitag, April 16th, 2010

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Warum gibt es eigentlich so wenig neue Ideen? Von dem erotischen Tastbuch, von dem ich in dieser Woche berichtet habe, hin zu… ja, hinzu was? Wie? Warum? Weshalb? Wo? Nun ist das Papier zwischen zwei Buchdeckeln eine uralte Sache und dennoch gibt es nicht gerade sehr viele Modifikationen davon.

Das 3-D-Buch? Okay, das ist witzig. Das Buch mit den optischen Täuschungen. Das Hörbuch (und wo ist der Sehteil dazu?). Das Buch, das in Wirklichkeit ein Safe ist. Das Buch, das in Wirklichkeit ein Schlüsselversteck, ein Alkoholdepot ist. Das Buch, das Standbilder aus Papier auffaltet. Das Riechbuch.

Halt. Das Riechbuch! Gibt es das eigentlich schon? Künstliche Aromen sollen doch schädlich sein - aber was könnte man für Erinnerungsbücher daraus machen…. nach Salz&Tang: die Atlantiküberquerung (oder der bretonische Liebhaber). Nach Blut&Schmerz: das abgelegte Leben als Vampir (oder die Geburt der Tochter). Nach Oliven&Lavendel: die Radtour durch die Provence (oder der Knastaufenthalt in Aix). Nach Jauche&Levkojen: die Vertreibung aus Pommern (oder der Urlaub auf dem Bauernhof).

Sie sehen, da ist Musik drin. Gründen wir eine Band!

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Ceterum censeo

Freitag, April 9th, 2010

ceterum censeo.copy

Manchmal ist es eben doch so: Die Verpackung ist wichtig. Vielleicht nicht wichtiger als der Inhalt, aber ebenso wichtig. Sie denken an Starbucks? Old School Coffee? Richtig. Manche Botschaften nimmt man nicht mehr wahr, weil man sie schon so oft gehört hat.

Werden sie aber neu verpackt, sperrt man Augen & Ohren auf und hat tatsächlich einen frischen Gedanken dazu. Auch bei diesem You-Tube-Filmchen zum Thema "Publishing is dying" denkt man zuerst, dass man das alles schon tausendmal gehört habe, dann wundert man sich über die "Boldness" der Aussage… und erst in der zweiten Hälfte begreift man. Also durchhalten beim Gucken! Und nun viel Vergnügen! Ein Tipp vom texttreff, danke!

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Ceterum Censeo

Freitag, April 2nd, 2010

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Von der Zeitungskrise ist allerorten die Rede - die Anzeigen brechen weg, das Internet übernimmt die Nachrichtenbeschaffung. Was also soll die Zeitung noch? Sie hat natürlich eine Menge nonverbale Vorteile: Man kann sich beim Frühstück so schön hinter ihr verstecken, man kann nasse Schuhe oder trockene Mülleimer damit auskleiden, man kann Papierflieger daraus basteln und in der äußersten Not ersetzt sie sogar das Klopa. Am wichtigsten ist aber, glaube ich, das sie ein lebenslanger Gefährte ist, den man einfach kaufen kann - man liebt das gewisse Design, diese gewisse Liebe zur Fotografie, die Meinung des Leitartiklers, des Kolumnisten bei einer ganz bestimmten Zeitung. Und genau deshalb zahlt man im Urlaub willig das Doppelte für sie. Oder für ihn, den Gefährten, der williger und verfügbarer ist als der Mann, die Frau an unserer Seite.

Ergo: Ihrer nonverbalen Eigenschaften wegen bräuchte die Zeitung nicht zu sterben. Aber was ist mit ihrer eigentlichen Aufgabe: der inhaltlichen? Der Nachrichten-Content? Ja, den kennen wir immer schon, wenn wir morgens die Zeitung aufschlagen, denn all das haben wir abends noch im Internet gelesen. Alles Schnee von gestern. Dafür bräuchten wir die Zeitung nun wirklich nicht. Deshalb kommt jetzt die Stunde der Wochenzeitung - brisante schnelle Nachrichten kann die gar nicht haben… vielleicht gäbe es noch eine Nische für eine Zeitung an allen geraden oder an allen ungeraden Tagen? (Aber das nur nebenbei.)

Und was läse man dann darin? Genau das, was Giovanni die Lorenzo, der die ZEIT wieder hoch gebracht hat, sagt: Orientierungsartikel. Sie wissen nicht, ob Sie für oder gegen türkische Schulen sein sollen? Geben die Deutschen eigentlich tatsächlich mehr Geld für ihre Gesundheit aus als andere? Und wenn das so ist, wäre das gut? Die Zeitung sagt es Ihnen. Zeigt Ihnen Pro und Contra. Erklärt. Sichtet Hintergründe. Und dann: Bild dir eine Meinung. Eben nicht mit BILD.

Und dass die ZEIT jetzt auch noch neue Rubriken wagt (etwas zögerlich, wie ich finde), ist auch gut: eine farbige Seite, in der Leser mit winzigen Schnippschnappartikelchen zu Wort kommen und ein neues Buch namens "Glauben & Zweifeln". Wenn’s die Leser nicht mögen, werden sie es schon sagen…

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Ceterum censeo

Freitag, März 12th, 2010

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dass da viel Musik drin ist, im neuen E-Book-Markt. Alles, auch das herrschende Tohuwabohu, ist nachzulesen in diesem Börsenblattartikel. Ich jedenfalls meine:

1. E-Books müssen billiger sein als Printbooks. Alles andere sähe der Leser nicht ein, wäre auch nicht vermittelbar.

2. E-Books sind Bücher, nur in anderer Form. Warum sollten sie also nicht die gleiche Besteuerung erfahren?

3. Autoren sind für ihre Arbeit extrem schlecht bezahlt (man errechne nur mal die Stundenlöhne). Das ist so, weil der Markt so ist. Das E-Book aber könnte diese Problematik mildern. E-Book-Konvertierung kostet den Verlag kaum etwas - er hätte also hier die Gelegenheit, von sich aus etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu tun.  Und für seine Autoren einzustehen. (Dieses Argument gilt natürlich nur für Verlage, die sich nicht als reine Profitcenters verstehen…)

4. 25% vom E-Book-Erlös für den Autor - das halte ich für einen schlechten Witz, für viel zu wenig.

5. E-Book-Rechte sind womöglich tatsächlich keine Nebenrechte, sondern ein zweites Hauptrecht.

6. Autoren sollten jetzt noch nichts Bindendes unterschreiben, sondern sich den Weg zur Nachverhandlung offenlassen.

7. Der Markt - besonders der der Formate und Endgeräte - wird sich sortieren. Alles beobachten! Wer zu spät kommt, den bestraft … siehe Zitate, Gorbatschow.

Tags: e-book
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Ceterum censeo

Freitag, März 5th, 2010

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Bücher könnten ja auch mal ganz anders sein.

Uns überraschen.

Die neuen technischen Möglichkeiten, die mit dem E-Book auf dem iPad (oder einem anderen Gerät) aufgetan werden, beschäftigen uns bereits. Was könnte man nicht alles anstellen…

Zurück zum klassischen Buch. Auch das kann mal anders als gewohnt aussehen. Raffiniert vorgemacht haben uns das Lenore Doolan und Harold Morris, ein erfundenes Liebespaar. Als ihre Beziehung zerbrach, wanderten die bedeutsamen Gegenstände (tell tale things, of course) aus ihrem Besitz in eine Auktion. Und verfasst hat den Auktionskatalog die Autorin Leanne Shapton, der hiermit zu diesem grandiosen Einfall gratuliert wird. Ein Coup!

Mehr dazu bei ihr zuhaus.

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Ceterum Censeo

Freitag, Februar 26th, 2010

Kopie von ceterum censeo copy idee

Telefonie über Skype ist doch kostenlos - und wenn man eine kleine Webcam kauft und an den Rand des Monitors klipst, kann man den Teilnehmer auch sehen. Wie wäre es mit folgendem Geburtstagsgeschenk? Ihr Mann, Ihre Tante, Ihre Tochter hat doch einen Lieblingsautor? Sind es Ken Follet, P.D.James und Potterfrau Rowlings? Dann brauchen Sie jetzt nicht weiterzulesen …

Mögen die drei aber deutsche Autoren, Sebastian Fitzeck, sagen wir mal, Inge Löhnig und, sagen wir mal, Petra A. Bauer - dann wäre das doch was: Zum Geburtstag liest der Autor die Lieblingsstelle via Skype vor. Zehn Minütchen. Fünfe small talk. Schwupps, die magische Viertelstunde ist um. Der Beschenkte fühlt sich geehrt, der Autor hat was verdient, ohne aus dem Haus zu müssen, und Sie zahlen für das Ganze einen zu verhandelnden, aber sicher moderaten Preis. Na, wär das was?

PS.: Pfiffige Ideen braucht der Mensch. Hier noch eine, eine ganz andere, die mich heute Morgen beeindruckt hat.

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Ceterum Censeo

Freitag, Februar 19th, 2010

ceterum censeo.copy

…dass man auch anders auf sich aufmerksam machen könnte. Provokation ist okay, aber nicht mit illegalen Mitteln. Im Grunde könnte man sagen, der H-Hype ist ein Grund mehr für Autoren, sich selbst zu verlegen. Denn wenn die Verlage ihre Qualitätskontrolle nicht mehr ernst nehmen, dann werden sie überflüssig. Gewinngier trübt eben manchmal den Blick…nicht nur von Bankern, sondern auch von anderen, bisher unverdächtigen Berufsgruppen.

Damit ich jetzt aber nicht nur rede, sondern auch ein hübsches Beispiel für eine dezente (nein, eine Provokation ist das natürlich nicht und auch nicht frauenfeindlich) Kampagne zeige, und zwar für Twitter, haben Sie jetzt die Möglichkeit hier zu klicken. Ein herzliches Dankeschön an Susanne Ackstaller von texterella.

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Ceterum Censeo

Freitag, Januar 29th, 2010

ceterum censeo.copy

…dass das mal wieder so ein richtiger Steve Jobs’ Gottesdienst war am letzten Mittwoch. Jetzt haben wir es also - das neue Endgerät, semisakral präsentiert wie es sich für Apple halt gehört - , genannt iPad. Witzbolde verweisen auf alle möglichen unpassenden Assoziationen, sei’s drum, das ist Kokolores.Weltweit kann man mit jedem Begriff Naming-Fehler machen, wer wüsste das nicht.

Aber mit einem stylishen, bedienungsfreundlichen, formidablen Endgerät kann man Menschen Geld aus der Tasche ziehen. Niemand ist so anfällig dafür wie die Cyber-Gemeinde, was überrascht, weil doch eigentlich das Internet für rationale, transparente Einkaufsentscheidungen die Fundamente legt. Aber Cult ist eben was anderes. Und kleine, eitle Sünden immer erlaubt (man gönnt sich ja sonst nichts, sagt die digitale Boheme).

Dass mit den angeschlossenen App Stores nun endlich auch eine Möglichkeit gefunden wurde, Content abkassierbar zu machen, ist eine Tatsache, die man erst verdauen muss. Wenn ein großer Prozentsatz beim Urheber bleibt und nicht etwa beim Bereitsteller des Kanals ist dagegen nichts einzuwenden.

Nun aber zu uns, den Content-Urhebern: Wir werden uns was einfallen lassen müssen. Auf den Tabletts kann man ja so viel machen …da müssen neue Formen, bzw Formate her. Nur-Text ist doof, Nur-Bild auch, Nur-Musik, Nur-Film auch. Jetzt heißt es Köpfchen haben und schnell sein. Darauf erst mal eine Melange, Herr Ober!

…………………………………

Hier noch eine Stimme dazu: Der Netzmelder.

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Ceterum Censeo

Freitag, Januar 22nd, 2010

ceterum censeo.copy 

…dass man immer mal ins Unreine hinein planen sollte, um die Lebensenergie nicht trockenfallen zu lassen.

Eine meiner Lieblingsphantasien: Einen Fotografen finden, vier mannshohe Fotos auf Stellwände pappen, jeweils im rechten Winkel, in Kreuzform. Daraus entstehen dann vier Nischen, in denen sich ein bequemer Stuhl befindet. Der müde, vom Einkaufen oder Behördengängen geschwächte Passant setzt sich. Bekommt einen MP3Player oder etwas ähnliches ins Ohr und hört sich eine Kurzgeschichte an, die zum jeweiligen Photo passt. Wäre meditativ, unterhaltsam und erholend zugleich. Und kosten würd’s auch nicht viel. Fotografen, bitte melden! Desgleichen - leere Läden! Sponsoren! Stadtväter! Und natürlich Kollegen! Passanten! Ach ja, träumen wird man wohl noch dürfen…

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Ceterum censeo

Freitag, Januar 15th, 2010

ceterum-censeocopy27

Interessanter Gedanke: Für content wird nicht bezahlt. Bezahlt wird immer nur fürs Medium. Für das, was man anfassen kann. Also fürs Gemälde, das man nach Hause tragen kann. Für die Lampe mit Fuss und Schirm, nicht fürs Licht. Für die Schallplatte, nicht für die Musik. Fürs Buch, nicht für den Text, der darin steht.

Ergo kann man eigentlich fürs eBook nichts oder fast nichts verlangen. Aber wovon sollen dann die Urheber leben? Womit kann man’s umgeben, das Virtuelle, damit es einen sichtbaren, fühlbaren Wert bekommt?

Stoff zum Nachdenken. Zum Kreativsein. Und überhaupt.

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