Freundinnen: Eine Buchrezension

Freundinnen – sie sind wichtig im Leben einer Frau. Im Leben eines Mannes natürlich auch, aber das ist eine andere Geschichte…

Kürzlich habe ich mit einer jungen Frau telefoniert, die sich sehr über eine Freundin geärgert hatte. Sie klammere an ihr, sagte die junge Frau, sie sei so unselbständig, sie lasse sich hängen und vertraue darauf, dass sie, meine Telefonpartnerin, alles und jedes für sie organisiere.

Ja, dachte ich, solche Menschen gibt es. Solche Frauen? Ist das frauentypisch? Das arglose Mäuschen spielen und die anderen machen lassen…? Ich sagte meinem Telefongegenüber, dass sie sich von dieser Person, diesem Energiefresser, trennen könne und dürfe, sich aber die Mühe machen müsse, ihre Ablehnung zu begründen.

So geschah es dann auch. Die Unbekannte war gewiss verletzt, hat aber auch etwas über sich erfahren, dass ihr sonst vielleicht niemand so offen gesagt hätte. Freundinnen? Jetzt keine mehr (…oder vielleicht, nach einer Bedenkzeit, doch?, aber nun auf einer anderen Basis)? Aber dafür etwas fürs Leben gelernt?

Wer weiß, ob meine Meinung so klar gewesen wäre, wenn ich nicht eben das Buch von

Susann Sitzler: Freundinnen

 

gelesen hätte. Darin geht es um das Phänomen der guten, ja, auch der besten Freundin, die einen – wenn alles gut geht – durch ein Leben begleitet und manchmal sogar wichtiger für die eigene psychische Gesundheit ist als der gewählte Lebenspartner. Es geht aber auch um die vielen anderen Freundinnen, die uns Lebensabschnitte lang begleiten, um dann wieder zu verschwinden…

Freundschaften schließt man nicht offiziell und meist beendet man sie auch nicht offiziell (wie in dem eher seltenen Fall, der oben berichtet wurde). Sie geschehen einfach. Dies ist eine der lebensklugen Beobachtungen, die ich in diesem Buch fand. Unter losen Titeln wie Witwen, Mob, Schwestern, Konkurrenz, Körper, Ähnlichkeit, u.v.m. schweift der mal kühle, mal emotionale Blick der Autorin über das weite Feld der Frauen-Freundschaftsbeziehungen. Hier und da werden die Erkenntnisse durch wissenschaftliche Untersuchungen von Psychologen, Soziologen und Ärzten unterfüttert. An Susann Sitzlers Hand begibt man sich mit den unterschiedlichsten Frauenfiguren in Cafés, Küchen, Eisenbahnen und Bars und sinnt dort über die Bindungen nach, die im Begriffe sind, sich anzubahnen, zu lösen oder zu erneuern. Die Autorin stellt fest, dass die Frauen in Paarbeziehungen andere Ansprüche an die Freundschaft haben als die Singles unter ihnen – das überrascht weniger.

Insgesamt habe ich beim Lesen diese Buches weniger häufig diese Aha-Erlebnisse gehabt, die mir bei Susann Sitzlers Bauchgefühlen so deutlich widerfuhren, dass ich das Buch schon mehrfach verschenkt habe, habe aber das mäandrierende Wandern der eigenen Gedanken anhand der anregenden Lektüre durchaus genossen. Ein Text lebt ja immer auch vom eigenen Standort – ist man freundinnenmäßig gut und konfliktfrei versorgt, reagiert man anders, als wenn einem eine Freundschaft gerade Kummer macht. In jedem Falle aber:

Weihnachtsgeschenk-Empfehlung

für alle, die sich gerade an diesem Thema abarbeiten! Lesen Sie dazu auch diese Rezension im Deutschlandfunk…

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Fotos von oben nach unten: Les Anderson, Klett-Kotta, Lars Nickel, danke!

>Von Freundin verlassen worden? Aufmunterung nötig? Hier entlang!

 

 

 

 

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