So sad: Leonard Cohen is gone.

Er hatte uns ja selbst darauf vorbereitet, aber nun kommt es doch als Überraschung. (Wir sind ja immer überrascht, wenn jemand diese Welt verlässt, obwohl wir wissen, dass es geschehen wird, jedem von uns.) Leonard Cohen it tot. Über achtzigjährig, also eigentlich ok. Eigentlich.

Mich verbinden mit ihm so vieles – auf alle Fälle aber die Liebe zur Poesie, die Achtung für die eher schlichte Musik, die Zuneigung zu einer tiefen, warmen Männerstimme, der wunderbare, unvergessliche und so tröstliche Satz, den SIE zu ihm im legendären Chelsea Hotel (ich habe immer gedacht, dass es Janis Joplin war, aber man möge mich korrigieren, wenn es nicht stimmt) sagt, wie ER uns singend verrät:

Well, never mind, we are ugly but we have the music.

Er war ja ein zu klein geratener Mann, nicht eben hollywoodlike männlich. Und sie auch keine herkömmliche Schönheit. Hier habe ich jetzt etwas Text dazu ausgegraben; (es war Janis):

„A thousand years ago I lived at this Hotel in NYC. I was a frequent rider of the elevator on this Hotel. I will continuously leave my room and come back. I was an expert on the buttons of that elevator. One of the few technologies I really ever mastered. The door opened. I walked in. Put my finger right on the button. No hesitation. Great sense of mastery in those days. Late in the morning, early in the evening. I noticed a young woman in that elevator. She was riding it with as much delight as I was. Even though she commanded huge audiences, riding that elevator was the only thing she really knew how to do. My lung gathered my courage. I said to her “Are  you looking for someone?”  She said  “Yes, I’m looking for Kris Kristofferson  “I said  “Little Lady, you’re in luck, I am Kris Kristofferson.”  Those were generous times. Even though she knew that I was someone shorter than Kris Kristofferson, she never led on. Great generosity prevailed in those doom decades. Anyhow I wrote this song for Janis Joplin at the Chelsea Hotel.“

(Thanks to http://cohencentric.com/)

Great sense of mastery in those days.

Ist das nicht wunderbar?

Und natürlich gibt es auch eine gemeinsame Geschichte. Eben jetzt spiele ich eine seiner alten Platten, jaja, eine LP ( denn mein Mann hat mir letztes Jahr einen Retro-Plattenspieler geschenkt!) – und seine Stimme erfüllt mein Büro und macht mich traurig, aber eben auf eine zufriedene, dankbare Weise.

Wie oft hat man das gehört, als man jung war? Und in melancholischer, sanfter Stimmung war? Vielleicht einsam. Voller Liebeskummer. Oder doch: Liebessehnsucht. Tja, ohne Leonard wäre das alles nichts gewesen, stillos und öd. Peinlich und selbstmitleidig.

Aber mit ihm und seinen poetischen, nie ganz zu erschließenden Worten erreichte man eine stille Tiefe, ahnte etwas von der Vielschichtigkeit der Welt, spürte Versöhnung mit den eigenen Misserfolgen. Konnte sogar das Negative genießen. Schließlich ist jedes Gefühl, ob schön oder schaurig, ein Geschenk, das uns lebendig sein läßt:

It is this what the darkness is for.

Er konnte das. Und deshalb wird er mir fehlen. Uns fehlen.

Von den letzten Liedern mochte ich dies hier:

Bye, bye Leonard!

Wer noch mehr davon hören möchte: Seine zehn besten Songs gibts bei Spon nachzuhören.

 

>Tja, live habe ich ihn nie gesehen, schade. Aber bei uns in BB gibt es demnächst auch live-Auftritte. Von, ähem, von mir.

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