Stop Rape!

Achtung! Kampagnen Stop!

Die Einsprüche waren offenbar zahlreich. Die Kampagne in den Kinos wurde – Gottseidank! – gestoppt. Siehe hier und hier und hier.

Ein Anti-Rape-Film

sollte das werden, was die Konstanzer Truppe – Designstudenten der HTWG – da vorgestellt hat. Aufrütteln sollte er. Schocken. Täter zur Einsicht bringen. Potentielle Täter läutern. Den Opfern gerecht werden. Und was ist es geworden?

Ein konventioneller Film aus der Täterperspektive. Ein grinsender Vergewaltiger, der nicht einen Funken Selbsterkenntnis oder Reue zeigt. Ein Opfer, das der Attacke, wie Mädchen offenbar eben so sind, außer Schluchzen und einem schwach geseufzten Lass mich! nichts entgegenzusetzen hat. Ein Akt, der durchaus lüstern dargestellt ist. Es stimmt, Pornos zeigen mehr, aber die Attitüde ist nicht viel anders. Ja, war schon geil, sagt der Held lakonisch am Schluss. Genau. Vergewaltigen ist einfach geil.

 

Blatt

Auch kleine 40-Sekunden-Streifen können eine verheerende Wirkung haben. Und nein, wir zeigen den Film an dieser Stelle absichtlich nicht. Er hat es nicht verdient gesehen zu werden.*

Kriminell ist da gar nichts. Die Tat eine Nebensache, nicht weiter wichtig.

Und dieser Spot soll in Kinos im Lande gezeigt werden? Wenn es denn wahr ist, was der Nachspann sagt, dann müssen Opfer im Publikum sitzen, die erneut erniedrigt werden dadurch, dass man groß und in Farbe sieht, welch Lappalie ihre Erlebnisse sind. Und die Täter können sich bestätigt fühlen: Vielleicht war es nicht ganz okay, was sie getan haben, aber so richtig schlimm war es auch wieder nicht, oder? Mit anderen Worten: Man hats halt mal gebraucht, sagt der Held.

Diesen Streifen im Kino zeigen?

So richtig hätte ich keine Lust, nach diesem Film hinaus in die nächtliche Stadt zu gehen, denn: Während der Dauer eines Kinobesuches werden in Deutschland ca. 40 Frauen vergewaltigt – behauptet der Nachspann. Soso. Wer sagt einem, dass man da nicht gleich dazugehören wird? Nachdem den Tätern auf diese Weise die Absolution schon vorher erteilt worden ist…

Das soll der Prävention dienen?

Unverständlich, was die Frauenbeauftragten Baden-Württembergs, die den 40-Sekunden-Streifen gemeinschaftlich finanziert haben, und  Prof. Andreas P. Bechtold, der die Dreharbeiten angeleitet hat,  sich dabei gedacht haben.

 

Guter Wille ist leider manchmal viel zu wenig.

Wie man es auch machen könnte und besser, kann man hier in dieser Graphic Novel von Isabel Kreitz und Stefan Tinder besichtigen. Ein Tipp von Heidrun Uta Ehrhardt, danke!

 

*Natürlich ist es schwer (aber nicht unmöglich!) für Sie, sich jetzt selbst eine Meinung dazu zu bilden. Das müssen wir in Kauf nehmen. So ist es halt manchmal – eine Wahl zwischen zwei Übeln…

 

 

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