Woraus? Daraus.

3000 Jahre vor Christus Geburt sollen es die Ägypter gewesen sein, die als Erste auf flachgeklopftem Gras Zeichen anbrachten.

Ts‘ai Lun soll dann in Hunan ein neues Verfahren entdeckt haben – 300 Jahre vor Christus:  mit örtlichem Pflanzenmaterial auch, aber jetzt zerstoßen, gewässert, gesiebt, getrocknet. 500 Jahre später war die Herstellung in China so ausgereift, dass sogar praktische Wegwerftaschentücher daraus hergestellt wurden.

 

300 nach Christus entdeckten die Thais diesen süchtig machenden Stoff und entwickelten das „schwimmende Sieb“, um die Masse zu schöpfen.

 

500 Jahre nach Christus stellten die Maya in Amerika eine Botschaften-Grundlage her, nicht aus aufgeschlossenen Fasern wie die Chinesen, sondern – ähnlich dem ägyptischen Papyrus – aus mechanisch bearbeitetem Bast.

 

Um 600 erfanden die Koreaner das Schöpfsieb. Und die Japaner das durchscheinende weiße Washi-Material, das als Kleidung für die Shinto-Priester, zur Dekoration und für die Kunst verwendet wurde.

 

Um 800 wurden in der arabischen Welt neue Techniken erfunden, die zwar im Grundsatz nichts am chinesischen Prinzip – der Zerschlagung der Fasern – änderten, jedoch allerlei Vorteile brachten: dünneres, weniger saugfähiges Material durch Hinzugabe von Stärke und Leim, genormte Größen, Bindungen.

 

Um 1200 – endlich ! werden auch wir Europäer hellhörig. Zunächst klammern wir uns noch an das traditionelle Pergament aus Tierhäuten. Doch über die arabischen Herrscher in Spanien gelangt die neue Mode nach Mitteleuropa. Schnell wird die Handarbeit abgelöst: Mühlen entstehen für die Bio-Material-Zerkleinerung, Metallsiebe für die Schöpfung, Pressen für die Verdichtung.

 

Und dann, wiederum 200 Jahre später, hat einer diesem neumodischen Zeug zum Weltsieg verholfen: Johannes Gänsfleisch.*

 

Und seitdem stehen wir darauf. Deshalb:

Wir lieben Papier. Und Geschichten. Und bringen beides zusammen.

*später Gutenberg genannt.

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