Freundschaften pflegen

Brief-Abos vom Autorenexpress

Unter den vielen Vorsätzen fürs neue Jahr, von denen Sie womöglich einige schon wieder vergessen haben (?), ist vielleicht auch dieser, den ich mir jedes Jahr wieder neu vornehme:

Freundschaften pflegen

Das ist schwieriger, als man denkt. Freunde, so meint man, sind einfach da, wie geliebte Topfpflanzen oder hochgeschätzte Bücher. Sie stehen da irgendwo und warten auf uns. Und wenn wir sie nicht gießen oder abstauben oder in die Hand nehmen und streicheln, so nehmen sie uns das nicht übel, denn sie sind ja Freunde. Immer und ewig.

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Dass Freundschaften auf diese Weise auch verdorren können, glauben wir nicht. Oder wollen wir nicht glauben. Schließlich würden wir doch auch, wenn Not am Mann wäre, wenn ein Hilferuf uns erreichte… Aber stimmt das auch? Würden wir wirklich? Würden wir helfen? Mit Rat und Tat, mit einem offenen Ohr, mit ausgebreiteten Armen, mit, ja, Geld?

Ganz sicher sind wir nicht, oder? Und: Würden diese Freunde – nachdem wir solange nichts von uns haben hören lassen – überhaupt uns fragen, uns um Hilfe bitten wollen, ausgerechnet uns, die wir doch nie für sie Zeit hatten? Wir wissen doch selbst, wie schwer es ist, eine Schwäche zuzugeben…

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Und was wäre, wenn wir selbst in solche eine Lage kämen? Würden wir Menschen ansprechen, mit denen wir nicht kommuniziert haben, als es uns noch gut ging? Heißt es nicht Freunde in der Not gehen Tausend auf ein Lot?

Und mal ganz abgesehen von Notfällen: Warum eigentlich reden wir so selten mit unseren Freunden, obwohl sie doch unsere Freunde sind? Freunde hat man doch nicht viele. Sind Freunde denn nicht auch dazu da, den Alltag mit uns zu teilen?

Jaja, sie sind zu weit weg, ja, für den Alltag sind sie uns zu schade, und überhaupt, wir können doch jetzt – nach so langer Zeit – nicht mit Belanglosem kommen… und müssten wir nicht erst umständlich erklären, weshalb wir uns so lange nicht gemeldet haben? Und was in der Zwischenzeit so alles passiert ist… du liebe Güte, da müsste man ja ganz weit ausholen… Und dafür haben wir jetzt wirklich nicht die Zeit.

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Tja, und so kommt es, dass wir sie vergessen, jedenfalls fast vergessen. Sie sind da und warten. Und wenn wir dann endlich den Entschluss fassen, uns bei ihnen zu melden, dann sind sie weg.

Und genau deshalb habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, mehr Freundschaftspflege zu betreiben. Im vergangenen Jahr habe ich damit angefangen, weil ich meine eMail-Serie Beste Freundschaften (siehe Kasten rechts) vorbereitet habe und dazu alle meine Tipps selbst testen musste. Ja, und was soll ich Ihnen sagen? Es hat funktioniert! Ich bin wieder im lockeren Gespräch mit Alexandra, Marcella, Jakob, Judith und Annemarie*… und sehr, sehr froh darüber. Unsere gegenseitige Kenntnis ist gewachsen, wir verstehen und helfen einander jeden Monat ein wenig besser. Die Früchte der Freundschaftpflege können geerntet werden und – sie schmecken kräftig, gesund und nach Vollwert!

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Nun also, zögern Sie nicht, die eMail-Reihe zu abonnieren – sie kostet nichts und birgt keinerlei Verpflichtung für Sie. Sie könnte Ihnen, das sei vorweg gesagt, manchmal ein ganz klitzkleines schlechtes Gewissen machen, weil Sie untätig bleiben in Sachen Freundschaften Pflegen, aber das halten Sie doch locker aus, oder?

Und noch ein wenig zum Thema, aus anderer Warte…

>direkt zur eMail-Serie

*Namen geändert

 

 

 

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