Unser Produkt des Monats Oktober: die Fotostory von Ingrid Schmitz

Wer ein neues Buch promoten will, der steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Bei 90 000 Neuerscheinungen pro Jahr muss man sich schon etwas einfallen lassen. Einmal haben wir schon über ein Magazin berichtet, das die Autorin Sybille Baecker erfunden hat. Und nun:

Die Krimiautorin Ingrid Schmitz hat sich auf die Suche gemacht und und ist einem Genre gelandet, das es so fast nicht mehr gibt:

dem Fotoroman

Können Sie sich erinnern? Fotoromane? Heftchen, mit denen man sich nicht erwischen lassen durfte? Voller Schmalz und Salz? Wikipedia schreibt dazu folgendes: Fotoromane sind in Deutschland im Handel kaum noch erhältlich und auch in anderen Ländern sterben sie allmählich aus. Sie entstanden zuerst Mitte der 1940er-Jahre in Italien und entwickelten sich dort zu einem langjährigen Massenphänomen mit vielfältigen Ausformungen. So gab es z. B. literarische Fotoromane, denen Klassiker der Weltliteratur zugrunde lagen wie „Die Brautleute“ von Alessandro Manzoni oder „Die Elenden“ von Victor Hugo. Besonders in romanischen Ländern erlebten italienische Fotoromane in den 1970er-Jahren – fast alle von „Lancio“ in Rom – eine hohe Blüte: fast neun Millionen Exemplare im Monat unter verschiedenen Titeln. Übersetzungen – sozusagen „Synchronisationen“ – ins Spanische, Französische, auch ins Deutsche brachten dieselben Geschichten zeitverzögert.

Und in Deutschland?

Wikipedia weiß es natürlich wieder ganz genau: In Zeitschriften wie „Bravo“ finden sich noch heute Fotoromane, gewöhnlicherweise Herz-Schmerz-Geschichten aus der Teenie-Szene. Auch das Satiremagazin Titanic veröffentlicht solche Fotoromane, in der Regel mit Fotos politischer Prominenz.

Wir haben bei Ingrid Schmitz nachgefragt:

Foto von Ingrid Schmitz

Krimiautorin Ingrid Schmitz

Was macht Ihr Produkt so einzigartig?

Ob es einzigartig ist, weiß ich nicht. Bisher habe ich so etwas allerdings noch nicht gesehen, dass jemand zu seinem Roman eine Fotostory mit Originalschauplätzen und Texten aus seinem Buch gefertigt hat.

Verwenden Sie es selbst oder haben Sie es schon verschenkt?

Mittlerweile gibt es zu zwei Büchern von mir Fotostorys, die frei zugänglich auf meiner Website stehen. Natürlich verrate ich darin nicht, wer der Mörder ist und wie der Fall aufgeklärt wird. Es soll lediglich ein Einstieg zum Buch sein. Siehe unten.

Ich würde gerne Fotostory-Bücher verschenken können – dann würde ich die Story auch zu Ende erzählen. Habe allerdings noch keinen Verlag dafür gesucht, weil ich weiß, dass sich die Produktionskosten für einen Bildband wirtschaftlich nicht rechnen.

Wer sind Sie und was ist Ihre Aufgabe in Sachen Produkt?

Mein Name ist Ingrid Schmitz, seit 2000 bin ich hauptberufliche Kriminalschriftstellerin. Begonnen hat alles mit Kurzkrimis und der Herausgabe von Anthologien. Erst 2006 erfand ich meine Serienfigur Mia Magaloff, eine private Ermittlerin vom Niederrhein, die seit 2016 hauptsächlich auf der Insel Spiekeroog ermittelt. Zuletzt: Spiekerooger Utkieker.

Da ich das Fiktive mit dem Realen gerne vermische, suche ich mir für jeden Roman auch reale Schauplätze und Protagonisten aus. Da kam mir die Idee mit der Fotostory. Darin zeige ich selbst fotografierte Aufnahmen und suche die entsprechenden Textstellen aus dem Buch aus, die zirka je vier –  fünf Sätze enthalten und nicht zu viel verraten, sondern neugierig auf das Buch machen. Die Bearbeitung erfolgt mit dem Photoshop-Programm.

Hier geht es zur Fotostory meines aktuellen Romans Mord im Krimihotel (Ausnahmsweise mal ohne meine Serienfigur. Er handelt von einer fiktiven Autorin, die im real existierenden Krimihotel eine Wochenendlesung geben soll und auf nicht ganz so nette Gäste stößt).

Wir versenden ja Briefe und Geschichten. Wann haben Sie zuletzt einen Brief geschrieben oder ein Päckchen versandt? Erzählen Sie uns etwas über den Anlass?

Päckchen versende ich fast jede Woche. Gerne verrate ich auch den Inhalt: Es sind meine signierten Bücher. 😉 Meinen letzten Brief habe ich letzten Freitag geschrieben. Es war der Erstkontakt zu einer Frau im Sauerland, die mir eine Lesung vermitteln wollte und leider keine Mailadresse dabei geschrieben hatte. Ich denke, mit ihr werde ich – privat – in Briefkontakt bleiben. Es fühlt sich gut an, wieder mit dem Füller schreiben zu können. Ich habe mir außerdem mehr Zeit für die Formulierungen gelassen und mich gefreut, dass mein Schriftbild nicht gelitten hat.

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Gibt es etwas, das Sie uns fragen möchten?

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, Menschen in Altenheimen eine Freude zu machen und ihnen Briefe zu schicken? Denjenigen, die dazu noch in der Lage sind, würde es ein Stück Lebensfreude wiedergeben, oder aber, sie könnten sich so vieles von der Seele schreiben. Solch ein Projekt wäre förderungswürdig und vielleicht könnten die jeweiligen Städte/Träger Gelder dafür locker machen. Ich bin mir sicher, dass sich dann auch andere „Briefeschreiber“ unter den Autoren finden würden, die einfühlsam dabei helfen könnten. Das ist jetzt eine spontane Idee.

Ja, tatsächlich war ein Besuch in einem Altenpflegeheim mit der Auslöser dafür, ein Briefangebot zu schaffen. Das Hoffen der Bewohnerinnen und Bewohner auf Post von ihren Lieben hat uns angerührt.

Vielen Dank für das Interview.
Ingrid Schmitz

Noch mehr Fragen und Anworten zu Ingrid Schmitz finden Sie hier.

Facebook: https://www.facebook.com/ischmitz

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