Wenn du in einer anderen geschichtlichen Epoche gelebt haben könntest – welche würdest du wählen? Wir stellen unserer Frauenrunde diese Frage

Nicht nur unter Corona haben wir erkannt, wie wichtig persönliche Unterhaltungen zu einzelnen Themen sind. Weil es aber physisch nicht immer geht, müssen wir uns online unterhalten, so zum Beispiel per Email.

Wir wollen ab jetzt ab und an kurze Statements veröffentlichen, die uns unsere Leserinnen und Leser spenden. Wir fragen, sie antworten spontan. (Nicht unähnlich der Runde, die uns schon zum Thema Sinnlich sein oder werden ihre Ansichten spenden (zu finden unter den Frivolini).) Es geht nicht um Tiefschürfendes, sondern um ein paar Sätze, die uns verraten, wie jemand über eine gewisse Sache denkt. Wir wollen Dankbarkeit zeigen, Freundschaften pflegen und Familienzusammenhalt stärken, indem wir miteinander sprechen. Virtuell oder in echt!

Wir haben uns wieder getroffen – virtuell natürlich. Und dann uns – und die Männerrunde mit folgender Frage beschäftigt:

Wenn du in einer anderen geschichtlichen Epoche gelebt haben könntest – welche würdest du wählen?

Ich bin Kerstin, Betriebswirtin und mit Herzblut auch Biologin, Journalistin, Autorin. Mich interessiert alles, was Mensch und Tier am Leben hält – vor allem aber, wie sich die heimische Biodiversität erhalten lässt.

Eine spannende Frage! Allerdings zieht es mich nicht unbedingt in die Vergangenheit. Höchstens vielleicht ins Präkambrium vor vielen Millionen Jahren. Dann könnte ich die Entstehung des Lebens aus nächster Nähe beobachten. Allerdings gab es da noch keine Menschen und als Einzeller hätte man vermutlich keinen Blick für so etwas ;o) Eher würde es mich in die Zukunft ziehen – in eine Zeit, in der die Natur geachtet und geschützt wird, in der wir Menschen friedlich zusammen auf unserem Planeten leben. Als bekennender Trekkie bin ich da vielleicht etwas romantisch.


Ich heiße Barbara und bin nach der Juristerei auf die Kunst gekommen. Eine Kunst, die zum Nachdenken und Loslassen anregen soll und die ich mit Leidenschaft betreibe.

ich würde nur die jetzige geschichtliche Epoche wählen! Eine andere kommt für mich nicht in Betracht. Ich bin Kind meiner Zeit !


Ich bin Lea, Altruistin, Misanthropin, halb freiberufliche Texterin und Übersetzerin für Leichte Sprache, halb Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins, ohne menschlichen Anhang, dafür wunderbar fest verbunden mit dem unglaublichsten Profiplüschtier der Welt, meiner Blindenführhündin Arzu.

Eigentlich würde ich aus vielen Gründen gern antworten, dass ich gerne in einer Zeit – und vielleicht einer ganz anderen Weltregion – leben würde, wo die zerstörerische Wirkung der Zivilisation noch nicht um sich gegriffen hat, wo Menschen noch direkt in und mit dem restlichen Ökosystem gelebt haben, noch Kontakt und Empathie zur Natur hatten und noch nicht in die Ausbeutung selbiger eingestiegen waren – also wohl eine Zeit sehr weit weg in der Vergangenheit, vor den u.a. christlichen Ideen vom Menschen als Krone der Schöpfung, die sich alles Andere Untertan zu machen habe etc. – aber das ergibt nur halb Sinn, denn in dieser Zeit oder Gegend hätte ich als Person mit Behinderung nicht lange überlebt. Das wäre im Übrigen in vielen Epochen und Kontexten so gewesen, daher bin ich, trotz Niedergang und Endzeitstimmung, doch ein bisschen froh, heute und hier zu leben, wo ich trotz meiner Blindheit gut zurechtkommen und ein nützlicher Teil der Gesellschaft sein kann. Bis vor nicht allzu langer Zeit hätten mich die Menschen sehr wahrscheinlich verstoßen, sterben lassen, aktiv getötet oder zumindest lebenslang eingesperrt – nicht cool.


Mich kennen Sie natürlich. Ich bin Nessa Altura, die Betreiberin dieses Blogs. Und ich bin diejenige, die hier die Fragen stellt.

Ich finde das eine sehr schwierige Frage… eigentlich hätte ich gern eine Zeit, in der man Neues fröhlich begrüßte, voller Zuversicht war und vielleicht auch ein bisschen übermütig und lebenshungrig ins Blaue hinein lebte…

….in anderen Worte, eine Zeit, die so ganz anders gewesen sein muss als heute. Vielleicht nach dem Ende eines bösen Krieges? Die Wirtschaftswunderzeit in Deutschland, als alles, alles besser wurde? Oder die Zeit,als die Religionskriege endlich vorbei waren? Die Zeit des Barock? Carpe diem?

Wie auch immer: In jedem Fall wäre ich egren wohlhabend, gutaussehend, männlich und gesund gewesen.


Habt Dank, ihr Lieben! Und gang besonders Dank an Lea, deren Beitrag nachdenklich stimmt…

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