Es bricht einem das Herz, zu sehen, wie viele in unserem direkten Umfeld still unter der Last der Unsichtbarkeit leiden. Nicht wahrgenommen zu werden, keine liebevolle Nachricht zu erhalten, das nagt an der Seele und kann tiefe Traurigkeit bis hin zur Depression auslösen.
Wir spüren dieses schmerzliche Fehlen von Nähe und Verbundenheit und würden so gerne etwas dagegen tun, aber die Hektik des Alltags erdrückt uns.
War das Leben schon immer so unerbittlich fordernd?
Am Ende eines jeden Tages sind wir erschöpft und dankbar, wenn wir die dringendsten Pflichten erledigt haben. Für die Menschen, die uns einst wichtig waren, bleibt da keine kostbare Minute mehr. Und so gleiten uns geliebte Verwandte unbemerkt aus unserem Leben… ein stiller, schmerzlicher Verlust, der nicht sein müsste.
Nein, das muss wirklich nicht so sein!
Ein letzter Juni-Sonntag. Und Pfleger Ulf fühlt sich allein. Er hat so vielen Patienten ein aufmunterndes Lächeln geschenkt. Er hat so vielen Schlaflosen ein paar nette Worte gesagt. Er hat so vielen Kranken die Kopfkissen aufgeschüttelt. Und so viele an ihre Medizin erinnert, Fieber gemessen, Puls gefühlt, Blutdruck geprüft.
Und jetzt geht er allein den Waldweg entlang und niemand hat auch nur einen Gruß für ihn übrig. Wie soll er da seine Batterien wieder aufladen? Vielleicht morgen früh – noch vor der Schicht – in den Fluss springen?
Seine Mutter würde ihm gerne zur Seite stehen. Sie hat ein schlechtes Gewissen, aber keine Zeit, ihn zu besuchen.
Ulf freut sich bestimmt über eine wöchentliche Postkarte. Von seiner Mutter. Die zeigt, dass sie an ihn denkt.
Besser ist es, sich helfen zu lassen. Zu delegieren.
Wirklich? Auch wenn sich da berechtigte Zweifel auftun – man könnte es mal versuchen. Wie wäre es mit einem kleinen Gedicht, das jede Woche zu dem Lieblingsmenschen ins Haus flattert, um den wir uns so gerne mehr kümmern würden, wenn wir denn die Zeit dafür freischaufeln könnten…?
Ein Gedicht? Ein Vers?
Was soll das sein? Damit klar wird, wie das aussehen wird, bringen wir am sofort jeden Sonntag hier im Blog eines dieser Kurzgedichte, die auf einer Postkarte zum anderen, unserem Nächsten, flattern könnten. In Ihrem Auftrag. Und, wenn Sie mögen, jede Woche.
Motto: Kommt ein Vogerl geflogen… Das Kinderlied hören?
Das erste Juligedicht 2025:
Morgens in das Flusswasser tauchen,
wenn der vom Schlaf noch warme Körper
ungeplant
Vom Kalt umfasst wird –
– wie in Silber eingerahmt.
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Sie haben ein schlechtes Gewissen? Das muss nicht sein. Handeln schafft Abhilfe! Alle Beiträge zum Thema Schlechtes Gewissen hier.
