Es könnte ja so einfach sein: leere Fussgängerzone einfallsreich und witzig beleben

Es könnte ja so einfach sein:

Allerorten quälen sich die Stadtoberhäupter mit den verödenden Innenstädten. Weil Corona nun auch den allerletzten Internet-Resistenten den Online-Einkauf schmackhaft gemacht hat, bleiben die Läden leer. Dass man Abstand halten soll und auch eine Maske tragen muss, lockt nicht gerade in die Innenstädte, deren Menschendichte und Gewusle früher die eigentliche Attraktivität ausmachte. Und nun? Jetzt kommt der Herbst und vielleicht wird alles nur noch schlimmer.

Wo soll man eigentlich noch jemanden kennenlernen können? Wo sich zufällig begegnen, wenn Menschenansammlungen doch zu meiden sind?

Vielleicht hilft ein Blick nach Japan, den uns die SZ am 22/23.August erlaubt hat: Dort gibt es unweit von Tokio einen beliebten Strand, an dem jetzt coronabedingt das Baden verboten ist. Den tourismuserprobten Stadtvätern ließ das keine Ruhe: Wer kommt schon an einen Strand, wenn er nicht ins Wasser darf? Tja, man hat den Oarai Beach einfach zum Book Beach umgewidmet. Stadtbewohner und Büchereien haben Bücher gespendet, man hat schöne schattige Sitzgelegenheiten aufgestellt und nun darf jede und jeder, der sich registrieren lässt, dort Platz nehmen und bei Meeresrauschen frisch desinfizierte Bücher lesen. So lange er will. Beim Lesen verströmt man keine Aerosole… Man habe, so hört man, über mangelnde Nachfrage nicht zu klagen.

junger Mann am strand
…und immer mal wieder de Blick von den Buchstaben lösen…(*)

Und wie wäre das bei uns? Was, wenn man bestimmte Tage ausriefe? Am Montag in der Innenstadt in der Fussgängerzone nur Fantasy, am Dienstag nur Krimi, am Mittwoch ausschließlich Liebesromane, am Donnerstag politische Bücher? Und am Freitag, weil der Frei-Tag heißt, alles zusammen? Da könnten sich Menschen – vorsichtig und mit Abstand natürlich – begegnen, die gleich eine Gemeinsamkeit hätten. Und die Bürgergesellschaft könnte sich einklinken, indem sie ihre Bücherregale sinnstiftend ausmisten könnte…

ein Buch im schoß
…und dann wieder weiter lesen…(*)

Ei Ladenbesitzer würde sich bestimmt bereit erklären, als Bücherei-Agentur zu fungieren und die Bücher auszugeben, bekäme er doch auf diese Weise Kundschaft in sein Geschäft.

Allein traut sich keiner? Na, dann vielleicht Paare, die sich nahestehen und nahekommen dürfen. Die passende Bank liefern wir (und die SZ) gleich mit:

Doppelsitzer Bank zum Zusammenklappen
Bild vom Shop direkt, sehr-goods.com

Und wenn es draußen zu kalt dafür wird, dann wird die Bank eben einfach in eines der leeren Ladenlokale gestellt…

Es gibt noch viele andere Ideen zum Thema Innenstadtbelebung. Wenn uns etwas ähnlich Inspirierendes begegnet, werden wir es zeigen.

Bild(er) von unsplash (*) oder wikimedia commons (**) oder selbst geschossen (***), useum (****)danke!

Noch mehr Bücher? Bücherbeiträge? Wir sammeln sie.

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