Fridays for Future: Extraspuren

Immer mal wieder Freitags wollen wir uns hier Gedanken zum Thema machen. Der Klimawandel – was bedeutet er für uns in Deutschland? Was können wir tun, um die Folgen zu mildern? Oder das 1,5 °C Ziel zu erreichen?

Wer hierzu Vorschläge hat, kann sich gerne melden. Wir nehmen alles, was uns sinnvoll erscheint , auf – und sei es eine ganz bescheidene Idee. Alles, was in die richtige Richtung weist, soll uns willkommen sein. Es soll eine Gedankensammlung werden, kein fertiger Handlungskatalog.

Heute: Extra-Spur für Autos mit mehr als zwei Passagieren

In der ganzen CO2-Steuer-Debatte wird manchmal übersehen, dass es neben den heftigen Eingriffen, zu denen neue Steuern sicherlich zählen, auch softe Maßnahmen geben kann, die zum Ziel haben, den Autoverkehr und damit den CO2 (und NOX)-Ausstoß zu minimieren.

An allen vorbeirauschen….

Etliche Länder haben Versuche mit sogenannten HOV-Spuren gemacht. Wie wäre es, wenn man da die Ergebnisse einmal abfragte?

HOV bedeutet:

High Occupancy Vehicle

Zu Deutsch also: Stark besetzte Fahrzeuge. HOV2 sind demzufolge Autos mit zwei Insassen, HOV3 solche mit drei Insassen. Die Grundidee ist, dass Fahrgemeinschaften einen Vorteil bekommen sollen, indem sie in einer eigenen, weniger vollen Spur am Stau vorbeifahren. Dies biete einen Anreiz für Pendler, sich zusammenzuschließen und so weniger Autos auf die Straße zu bringen. Autos mit weniger Insassen, die so ausgezeichnete Straßen befahren, müssten mit äußerst hohen Bußgeldern belegt werden.

Ob und wo so etwas sinnvoll wäre, bleibt zu untersuchen. Die kritische Würdigung der bisherigen Erfahrungen damit, die es durchaus auch in Europa gibt ( wikipedia nennt Österreich, die Niederlande, Norwegen, Großbritannien und Spanien), ist natürlich schwierig, da die einzelnen Gegebenheiten höchst unterschiedlich sein dürften. Ein Beispiel:

Wikepedia (siehe oben) schreibt: Eine Untersuchung einer Express Lane der Interstate 405 im Bundesstaat Washington hat ergeben, dass auf einem 15-Meilen-Abschnitt die durchschnittliche Reisezeit bei Nutzung der Express Lane an einem Werktag um 11 Minuten abnimmt.

Elf Minuten Lebenszeit? Das ist nicht wenig und würde sich bei Pendlern womöglich verdoppeln. Grund genug, mal zu überlegen, ob eine Fahrgemeinschaft nicht sinnvoll wäre? Vom gesparten Benzingeld und der dankbaren Umwelt mal ganz abgesehen….

Vor über vierzig Jahren war ich einmal in New Jersey zu Gast. Dort pendelten die Ehemänner der verschiedenen Familien, die ich besuchte, nach Manhattan hinein. Sechs clevere Angestellte hatten sich einen Bus gekauft (gemietet?), samt Fahrer und ließen sich jeden Morgen Kaffee-trinkend, Zeitung-lesend und Karten-spielend zur Arbeit chauffieren… hätte es die HOV3 damals schon gegeben, wären sie auch noch schneller am Ziel gewesen…

Sich mit Vergnügen dem Herzen von Berlin nähern…?

… aber wer weiß, ob ihnen das überhaupt recht gewesen wäre!

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