Nenne mir eine tägliche Routine, die für dich sehr wichtig geworden ist im Laufe der Jahre! Wir stellen unserer Frauenrunde diese Frage

Nicht nur unter Corona haben wir erkannt, wie wichtig persönliche Unterhaltungen zu einzelnen Themen sind. Weil es aber physisch nicht immer geht, müssen wir uns online unterhalten, so zum Beispiel per Email.

Wir wollen ab jetzt ab und an kurze Statements veröffentlichen, die uns unsere Leserinnen und Leser spenden. Wir fragen, sie antworten spontan. (Nicht unähnlich der Runde, die uns schon zum Thema Sinnlich sein oder werden ihre Ansichten spenden (zu finden unter den Frivolini).) Es geht nicht um Tiefschürfendes, sondern um ein paar Sätze, die uns verraten, wie jemand über eine gewisse Sache denkt. Wir wollen Dankbarkeit zeigen, Freundschaften pflegen und Familienzusammenhalt stärken, indem wir miteinander sprechen. Virtuell oder in echt!

Wir haben uns wieder getroffen – virtuell natürlich. Und dann uns – und die Männerrunde – mit folgender Frage beschäftigt:

Nenne mir eine tägliche Routine, die für dich sehr wichtig geworden ist im Laufe der Jahre!

Ich bin Kerstin, Betriebswirtin und mit Herzblut auch Biologin, Journalistin, Autorin. Mich interessiert alles, was Mensch und Tier am Leben hält – vor allem aber, wie sich die heimische Biodiversität erhalten lässt.

Vor Jahren waren wir auf einer griechischen Insel, auf der am Abend nichts weiter los war und so haben wir – mein Mann und ich – uns gegenseitig und abwechselnd ein Buch vorgelesen. Zuhause wollten wir das nicht wieder aufgeben, lesen aber statt am Abend mittags. Da gibt es kein großes Mittagessen, sondern eine Kleinigkeit und seither eben auch die Lektüre. Vor einiger Zeit hab ich mal die gemeinsam gelesenen Bücher auf einen Stapel getan und war dann doch erstaunt, welch hoher Turm dabei herauskam. Inzwischen würde er umfallen. Natürlich gibt es etliche andere Routinen für Gesundheit und Haushalt, aber die dürften überall ähnlich sein. Unser Vorlesen aber ist etwas Besonderes und auf jeden Fall wichtig geworden im Laufe der Jahre.


Ich heiße Barbara und bin nach der Juristerei auf die Kunst gekommen. Eine Kunst, die zum Nachdenken und Loslassen anregen soll und die ich mit Leidenschaft betreibe.

Eine hübsche Frage! Jahrzehnte alte Routinen sind neben Hygieneroutinen der Kaffee gleich nach dem Aufstehen in der Früh und die lektüre eines Buches, wenn ich abends im Bett gelandet bin.


Ich bin Lea, Altruistin, Misanthropin, halb freiberufliche Texterin und Übersetzerin für Leichte Sprache, halb Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins, ohne menschlichen Anhang, dafür wunderbar fest verbunden mit dem unglaublichsten Profiplüschtier der Welt, meiner Blindenführhündin Arzu.

bei der Frage fällt mir auf, dass ich beinahe keine Routinen habe, die wirklich schon mehrere Jahre lang bestehen. Mein Leben ist für Routinen nicht konstant genug – wechselnde Jobs, wechselnde Wohnsituationen bzw. Mitbewohnende und wechselnde sonstige Rahmenbedingungen, die Zeitabläufe vorgeben oder mal mehr und mal weniger Flexibilität ermöglichen, haben irgendwie immer verhindert, dass sich echte Routinen einspielen. Die einzige feste Struktur ist seit einer annehmbar langen Zeit von rund 12 Jahren, dass ich morgens, bevor ich irgendetwas Anderes tue, zu allererst die Hunde füttere. Gut, manchmal setze ich davor Kaffee oder Tee auf, manchmal danach, manchmal zwischendurch, das zählt jetzt mal nicht. Beim Hundefutter gibt es auch genug Varianz, um darin keine richtige Routine zu erkennen, denn die Konstellation der Hunde wechselte immer mal wieder (mal nur meine Hündin, mal auch der alte Hund meines Mitbewohners und nun, seitdem er mit seinem jungen Hund wieder bei mir wohnt, nun eben der), außerdem mache ich das Futter selbst und die Bestandteile und Quellen wechselten auch schon oft (momentan unterschiedlichstes Fleisch oder Fisch aus der Lebensmittelrettung – für Menschen nicht mehr so doll, aber für Hunde perfekt – gemischt mit ebenfalls gerettetem oder zugekauftem selbst gematschten Gemüsepamp). Aber dass ich mich um eben diesen Ablauf und das leibliche Wohlergehen der Plüschigen kümmere, bevor ich irgendetwas für mich selbst tue, und dass ich es hasse, dabei gestört zu werden, obwohl das regelmäßig passiert, kann ich ruhigen Gewissens als Routine bezeichnen. Die Hunde werden mich und sind meine wichtigsten Bezugslebewesen, daher bedeutet mir jede Interaktion mit ihnen die Welt. Und gerade das Füttern macht aus ihrer Sicht wohl auch einen wesentlichen Teil unserer engen Bindung aus.


Mich kennen Sie natürlich. Ich bin Nessa Altura, die Betreiberin dieses Blogs. Und ich bin diejenige, die hier die Fragen stellt.

Ich lebe seit Jahren gut damit, dass es bei jedem Frühstück eine unterschiedliche kleine Essensattraktion gibt: jeden Montag, jeden Dienstag, usw. Manchmal warm, manchmal kalt. So habe ich schon beim Aufwachen morgens im Bett eine kleine Vorfreude… Es strukturiert die Woche auf angenehme Weise und die Vorbereitung lässt sich leicht einpassen.


Habt Dank, ihr Lieben!

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