Unsere Frauenrunde kennen Sie ja. Sie soll Sie unterhalten; und zwar mit Ansichten zu Themen, die vielleicht auch Sie gerade beschäftigen.
Nicht nur unter Corona haben wir erkannt, wie wichtig persönliche Unterhaltungen zu einzelnen Themen sind. Weil es aber physisch nicht immer geht, müssen wir uns online unterhalten, so zum Beispiel per eMail.
Wir wollen ab jetzt ab und an kurze Statements veröffentlichen, die uns unsere Leserinnen und Leser spenden. Wir fragen, sie antworten spontan. (Nicht unähnlich der Runde, die uns schon zum Thema Sinnlich sein oder werden ihre Ansichten spenden (zu finden unter den Frivolini).) Es geht nicht um Tiefschürfendes, sondern um ein paar Sätze, die uns verraten, wie jemand über eine gewisse Sache denkt.
Jetzt haben wir auch eine Männerrunde eingerichtet, die wir hier bereits vorgestellt haben.
Nenne mir eine tägliche Routine, die für dich sehr wichtig geworden ist im Laufe der Jahre!
Ich bin Michael, promovierter Chemiker, aber schon seit über 20 Jahren in Zulassungsabteilungen verschiedener Pharma-Firmen. Als (ehemaliger) Forscher, bin ich immer noch extrem neugierig und lerne gerne jeden Tag etwas Neues dazu.
Es sind zwei Sachen, die ich seit einigen Jahren morgens regelmässig mache. Zum einen mache ich jeden Morgen das Bett, obwohl es niemand sehen würde, wenn es nicht gemacht ist. Aber es bringt eine gewisse Ordnung ins Leben – nicht nur ins Schlafzimmer.
Zum anderen brauche ich morgens unbedingt meinen Kaffee. Ohne den kann der Tag gar nicht anfangen. Das sind nochmal 10-15 Minuten Ruhe, bevor der „Stress“ des Tages losgeht. Ich geniesse es!
Ich bin Norbert, Volkswirt, Wanderer zwischen den Welten, von Politik, Verwaltung bis Wirtschaft, und Asien, Afrika bis Schwarzwald.
Routinen sind Automatisierungen, und die sind verlässlich, sicher und einfach zu steuern, wenn es funktioniert. Eine tägliche Routine ist, über den Tag rund zwei bis drei Liter Wasser zu trinken, am Vormittag mindestens einen Liter, egal wo ich bin oder was mache. Leitungswasser gibt es immer, im Ausland Wasser, Tee oder Kaffee. Das hilft für Kreislauf, Durchblutung, Konzentration, gegen Kopfschmerzen und den kleinen Hunger.
Ich bin Roman, frischgebackener Vater, Produktmanager in Software und interessiert an allem Digitalem. Zur Zeit im fernen Singapur ansässig.
Da musste ich lange überlegen, so viele Routinen habe ich nicht. Eine Wichtige ist mir eingefallen:
Mahlzeiten werden von kleinen Kindern stark geprägt, finde ich. Man kümmert sich darum, dass sie etwas bekommen, das sie gerne essen und das gesund ist. Und dann am Tisch selbst ist es Erziehungszeit. Aufessen. Nicht kleckern. Tischgespräch. Mahlzeiten sind Arbeit für Eltern.
Deshalb gehen meine Frau und ich jeden Freitag entweder zum Frühstück oder zum Mittagessen in ein Cafe oder Restaurant. Das ist eine sehr erholsame Routine.
Ich bin Rolf. Nach Uni-Studium (BWL, Mathe) beruflich als Software-Entwickler in D’land, Ostafrika, USA gearbeitet. Nach dem Beruf wieder ernsthaft Gitarre gespielt, die Welt bereist und in Künstlervereinigungen aktiv mitgearbeitet.
Je älter man wird, je mehr stellt sich die Frage des Selbsterhalts – d. h. man wird gezwungen, wenn man so weiterleben möchte wie gewohnt, Anpassungen vorzunehmen, damit die Körperkräfte dafür ausreichen. Und mit der Zeit wird dadurch eine Routine, die man eben nicht unterbrechen sollte, solange man seine Ziele nicht ändern muss. Dazu gehören also die täglichen bis wöchentlichen Gleichgewichts- und Kraftübungen für körperliche Fitness. Sie sind unerlässlich geworden. Ebenso die Blutdruck-Pille vor dem Frühstück und die Magnesium-Pille nach dem Abendessen, sowie die wöchentliche Hörgerät-Pflege und die Atemgerät-Pflege wurden zur Routine und sollten nicht vergessen werden.
Zum Ausgleich wurde im Laufe der Jahre eine 2.Routine, die einem das Gefühl gibt, etwas Nützliches zu tun für die Umwelt, auch wenn es noch so wenig ist:
Unsere ziemlich großen Balkon-Terrasse mit Vordach und entsprechend breitem Pflanztrog als Begrenzung und Geländer, und den Seitenwänden des Balkons mit blühenden Kletterpflanzen (Waldrebe u. Ä.) und einem kleinen „Insektenhotel“ an der Sonnenwand bildet alles zusammen unser kleines Gärtchen, dass meine Frau liebevoll bepflanzt mit besonders insektenfreundlichen, blühenden Pflanzen.
Vor etwa 20 Jahren nun, es war ein strengerer Winter, fing es dann an –
Blaumeisen und Amseln besuchten den Balkon und suchten nach Futter in dem
großen Pflanztrog. Die Idee, jetzt Futter zu besorgen, lag nah. Mit einem Meisenbällchen an einem Zweig und Rosinen auf dem Balkontisch fing es an.
Dann folgte nach und nach immer weiteres Zubehör. Kleines Futterhäuschen, Nistkasten für Meisen etc., dann größeres Vogelfutter-Haus auf dem Vordach, dann ein Futterkasten mit Klappdeckel für 3 – 4 Eichhörnchen, die bis dahin immer im Vogelhaus plünderten und in der großen Kiefer davor ihren Kobel haben. Eine Wasserschale steht davor auf dem Vordach. Neben dem Vogelhaus hängt an einer Stange ein Futterspender für 1 – 3 Meisenbällchen, an dem allerdings nicht nur Meisen hängen, sondern öfter auch Buntspechte, Stare, und seit Neuestem sogar eine Elster, die sich verzweifelt dort festzukrallen versucht und in die Bällchen hackt. Nach 10 Sekunden ist sie es aber leid und fliegt weg. Drei mal am Tag füttern wir nun Rosinen und geschälte Sonnenblumenkerne. Es wird zur Routine.
Dieser Mini-Privat-Balkon-Zoo ist so nach und nach in den letzten Jahren entstanden. Wir freuen uns, wenn dort etwas los ist, besonders wenn wir bei schönem Wetter dort sitzen und einige Tiere ohne große Scheu, aber vorsichtig kommen und Futter holen.
Rolf
Habt Dank, ihr Lieben!
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