Offener Brief an Katarina Barley und Olaf Scholz

Während sich alle Welt aufregt, dass ein gewisser Herr Relotius seine Arbeitgeber und sein Publikum genasführt hat, geschehen noch ganz andere Dinge auf dem weiten Felde des Journalismus.

Was ist eigentlich wichtig? Oder wichtiger? Für uns als Bürger und Zeitungsleser, als Bürgerin und Zeitungsleserin? Wir sehen alle, dass die Printmedien in Not sind und auf ihre wachsende Bedeutungslosigkeit und schwindenden Attraktivität mit neuen Versuchen reagieren. Richtig so.

Richtig lodernde Artikel zustande bringen? Der Autorenexpress meint, gar nicht so einfach…

Die emotionalisierende Reportage à la Relotius ist so eine neue Textsorte, die jetzt einmal klar definiert werden sollte, damit der Leser und die Leserin wissen, was sie da vor sich haben: mehr gefühlte als tatsächliche Wahrheit. Ist das zulässig? Oder gehört so etwas nicht in die Zeitung? Sollten die Seiten, in denen man sich eigene “Facts” schafft, hellgelb eingefärbt werden? Oder rosa? Oder sollten solche Texte eher in ein Buch? Literatur sind sie allemal. Betreiben sie auch Aufklärung, wie wir es von einer Zeitung erwarten?

Der zweite Versuch ist der der gemeinschaftlichen umfangreichen Untersuchung. Ein Akt des solidarischen investigativen Journalismus. Ich finde das großartig. Weil es oft genug ja heißt: Too big to examine. Der Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia, die Panama Papers und die Paradise Papers wären ohne eine solche gemeinsame Kraftanstrengung nicht in unser Bewusstsein gerückt worden.

Eine solche Untersuchung haben vor kurzem 19 Medienpartner durchgeführt und den größten Steuerraub Europas aufgedeckt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen CORRECTIV-Chefredakteur Oliver Schröm in Zusammenhang mit den Cum-Ex-Recherchen. Der Vorwurf: “Anstiftung zum Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen.”

Nun hat die Redaktion des Correktiv einen

Offenen Brief

an die Justizministerin und den Finanzminister geschrieben, der in die Problemlage und Hintergründe einführt. Lesen Sie ihn und machen Sie sich selbst ein Bild! Heute haben Sie ja ausnahmsweise einmal Zeit dazu!

>Achtung! Demnächst neue Preise!

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