Post vom Präsidenten bekommen?

Wir haben ja gar keine Vorstellung davon, wie viele Briefe so ein Präsident – sei es in Deutschland, Russland oder in den USA – täglich bekommt. Natürlich gehen sie erst einmal an sein Büro, wo sie geprüft werden. Welche er dann vorgelegt bekommt und was die Kriterien der Vorauswahl sind: Wir wissen es nicht. Ein paar Dinge aber sind uns neulich in der US-Zeitschrift

The Atlantic

verraten worden. Beispiel Obama:

  • 10.000 Briefe und Botschaften von Bürgerinnen und Bürgern täglich
  • von verschiedenen Teams (“Kids”, “Birthdays”, “Sensitive”, “Red Dot”)  sortiert und weitergeleitet
  • 10 davon ausgewählt und auf Obamas Schreibtisch
  • von ihm gelesen und kommentiert, unterstrichen, mit Notizen versehen
  • einige – sehr, sehr wenige – von ihm selbst schriftlich beantwortet, die anderen
  • zurück in ein kleines Büro zu einer Angestellten mit dem schönen Namen BLUME
  • 10 persönliche Antworten täglich – von Blume verfasst
  • in Obamas typischer Ausdrucksweise, mit seinen – aus Reden und anderen Veröffentlichungen – bekannten Ansichten, seiner individuellen Interpunktion
  • zurück zum Presidential Office of Correspendence* und geprüft
  • gedruckt und
  • zurück zu Obama, der die 10 Entwürfe jeden Abend nach dem Dinner studierte
  • und unterschrieb. Oder nicht. Und
  • gelegentlich einen handschriftlichen Satz hinzugfügte
  • in der Zwischenzeit konnten bis zu 6 Monaten vergangen sein bis ein solcher Brief endlich das Weiße Haus verließ

Andere Präsidenten haben es anders gehalten. So heißt es im Text des Artikels “Richard Nixon refused to read anything negative, Ronald Reagan wrote replies on weekends, George W. Bush read already answered letters. Obama, however, was the first president to establish such a large OPC *  staff and to prioritize reading 10 constituent voices each night.”

Wie es beim derzeitigen Präsidenten gehandhabt wird, wissen wir nicht, aber ich tippe mal auf die Nixon-Variante.

Demnächst wird es ein Buch darüber geben. Wem die Zeit bis dahin oder die Obama-Entzugerscheinungen zu stark werden, der kann sie mit untenstehendem Film lindern…

*Office of Presidential Correspondence – Büro für die Korrespendenz des Präsidenten

 

>Uns schreibt Obama leider keine Briefe. Aber Ella tut es! Und Katharina, Leon , Millie und Prinz Andrej tun es auch!

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.