Unsere Jahreszeiten

Nessa zog mich als Blogwichtel beim Netzwerk wortstarker Frauen. Dort nehmen wir beide
daran teil und schenken dem zugelosten Blogwichtel einen Beitrag.


Mein Name ist Silke Bicker, ich stehe freiberuflich auf zwei Standbeinen. Als
Kommunikationsberaterin entwickel ich zusammen mit und für Dienstleistern ein
maßgeschneidertes PR-Konzept und berate sie so, dass sie es am Ende selbst umsetzen
können. Als naturpädagogisch versierte Autorin schreibe ich zu Landschaftsnutzung,
Naturerlebnispädagogik und Umwelt für Unternehmen und Kommunen.
Jahreszeiten – alles wandelt sich von Zeit zu Zeit.

Der Herbst schafft Platz für einen Neuanfang


Die Blätter färben sich bunt, fallen und rascheln am Boden wenn der Wind durch sie
hindurch fegt. Bäume und Sträucher machen sich bereit für den Winter. Kahl stehen sie im
Wald und in der Stadt, um in der kalten Jahreszeit möglichst wenig Energie zu
verschwenden. Keine anderen Jahreszeit macht die Vergänglichkeit so deutlich, wie der
Herbst. Er ist die Zeit des Reifens, der Ernte und des scheinbaren Verfalls. Vögel, die
unverdrossen hier bleiben, scheinen oft nur auf Bäumen und Äckern zu sitzen und zu
fressen. Sie futtern sich ein Bäuchlein an, nur so viel, dass sie in den ersten Notzeiten davon
zehren können. Die Vergänglichkeit spiegelt sich auch bei den Menschen wider.
Lebensabschnitte gehen zu Ende, Kinder beginnen ihr letztes Jahr im Kindergarten, ein
Perspektivwechsel steht an oder auch ein Rückblick auf die Vergangenheit. Der Herbst ist
eine gute Jahreszeit, um die letzten Monate oder gar Jahre zu reflektieren: Was lief gut? Was
war nicht so fein? Wie kann es weiter gehen? Ernten des Vorangegangenen und Säen für die
Zukunft. Der Sommer ist vergangen und im Spätherbst verabschiedet sich das Bunte der
Natur. Aber nein, sie schlummert ja nur! Denn der Herbst schafft Platz für einen Neuanfang.

Es grünt und knospet im Winterhalbjahr


Im Herbst merken wir den Wandel der Jahreszeiten besonders deutlich. Und im Winter sind
die meisten Laubbäume kahl, nur ein paar alte Blätter hängen verwelkt in den Ästen. Wer
genau hinschaut, merkt, dass durchaus etwas wächst. In Norddeutschland sind die Wiesen
und Äcker selten unter einer Schneedecke verborgen. Die Landwirte säen im Herbst das
Getreide für das Frühjahr. Und wenn die Temperaturen es zulassen, wächst es. Langsam
zwar, aber der Boden ist so gut wie nie nackt. Es grünt. Auch die Bäume sind nicht untätig.
Rehe finden die zahlreich wachsenden Knospen vitamin- und nährstoffreich. Und wer sich ab
dem ersten Frost Zweige mit Knospen schneidet, diese in eine Vase stellt, wird nach etwa
vier Wochen blühende oder grünende Zweige erleben. Im Advent erfreuen sich viele an den
so genannten „Barbarazweigen“, die ab dem 04. Dezember geschnitten werden. Meist von
Obstbäumen oder -sträuchern. Sie brauchen den eisigen Anreiz, um zu blühen. Es
funktioniert natürlich auch noch später im Winter.

Flanieren in der Natur mit allen Sinnen


Und im Frühjahr? Da erfreuen wir uns an den ersten, leckeren Kräutern und Blättern.
Probiert mal (Probieren Sie mal – Nessa, duzt oder siezt du deine Lesenden?) ein frisches
Rotbuchenblatt zusammen mit einen kleinen Stück Zartbitterschokolade…
Flanieren in der Natur mit allen Sinnen
Natur im Kleinen erleben und auch als Erwachsene die Wunder als solche wahrnehmen. Seit
der Pandemie gehen viele Menschen wieder gerne raus: wandern, im Grünen flanieren. Es
tut zu jeder Jahreszeit gut. Und wer mit offenen Sinnen flaniert, entdeckt die Jahreszeiten für sich im Großen oder Kleinen neu.

Gucken Sie mal, was Sie alles beim Flanieren
entdecken:


o Ist der Boden nackt? Wie riecht er, wie sieht er aus? (am Feld-, Waldrand, im Wald,
im Park)
o Was wächst draußen? (Im Sommerhalbjahr: App Flora incognita hilft, falls ihr nicht
wisst, was ihr seht)
o Welche Pflanzen ziehen Sie wie magisch an?
o Wie riecht es draußen?
o Was treiben die Vögel?
o Wann geht die Sonne auf bzw. unter? Wie sieht der Himmel aus?
o Könnt ihr Bäume anhand der Rinde erkennen? Wie fühlt sie sich an? Im Sommer
anders als im Winter?
o Wann treiben Knospen aus?
o Im Winter Knospen von Linden und Hainbuchen kosten! (ja, essen )
o Ab wann finden Sie auf den Wiesen auf dem Land oder im Park Sauerampfer? (ab
Januar möglich) Übrigens, ess- und genießbar!
o Augen auf, schnuppern, streicheln, antippen, lauschen – jeden Tag oder einmal pro
Woche draußen im Grünen die jeweilige Jahreszeit und ihre kleinen Veränderungen
einfach wahrnehmen. Wer mag, notiert seine Erlebnisse im Tagebuch oder in einer
App.

Mehr von und über Silke Bicker finden Sie auf ihrer Homepage!

Danke Silke!

Wir sammeln die Antworten, die uns auf diese Frage gegeben wurden, virtuell oder mündlich: Was macht Sie sinnlich?

Die Natur ist schön? Dann rasch hin zu unseren 4 Jahreszeiten!


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