Nicht nur unter Corona haben wir erkannt, wie wichtig persönliche Unterhaltungen zu einzelnen Themen sind. Weil es aber physisch nicht immer geht, müssen wir uns online unterhalten, so zum Beispiel per Email.
Wir wollen ab jetzt ab und an kurze Statements veröffentlichen, die uns unsere Leserinnen und Leser spenden. Wir fragen, sie antworten spontan. (Nicht unähnlich der Runde, die uns schon zum Thema Sinnlich sein oder werden ihre Ansichten spenden (zu finden unter den Frivolini).) Es geht nicht um Tiefschürfendes, sondern um ein paar Sätze, die uns verraten, wie jemand über eine gewisse Sache denkt. Wir wollen Dankbarkeit zeigen, Freundschaften pflegen und Familienzusammenhalt stärken, indem wir miteinander sprechen. Virtuell oder in echt!
Wir haben uns wieder getroffen – virtuell natürlich. Und dann uns – und die Männerrunde – mit folgender Frage beschäftigt:
Wenn du an dein Berufsleben zurückdenkst, was vermisst du daran am meisten?
Ich bin Kerstin, Betriebswirtin und mit Herzblut auch Biologin, Journalistin, Autorin. Mich interessiert alles, was Mensch und Tier am Leben hält – vor allem aber, wie sich die heimische Biodiversität erhalten lässt.

Hallo, ich bin Ines. Mit 18 Jahren war ich in der Stuttgarter Kunstakademie, seither bin ich das, was man Freischaffende Künstlerin nennt mit Schwerpunktthema „Mensch“. Froh bin ich über Literatur und glücklich, wenn ich ein schönes Buch in Händen halte

Es fällt mit schwer, an mein Berufsleben zurückzudenken, denn ich stecke ja mittendrin. Künstlerin ist man immer, wenn man das beruflich macht, das endet mit dem Ende… Und aktuell kümmere ich mich zusätzlich um den Kunstverein und damit um viele Künstler und das endet frühestens in zwei Jahren bei der nächsten Wahl. Wenn ich zurück denke, fällt mir auf, daß ich immer mal wieder Projekte hatte, die mit anderen Kunstarten und Künstlern zu tun hatten. Kaum hatte ich gedacht, daß diese Phase vorüber sei, kommt der Kunstverein um die Ecke. Und vielleicht ein Buchprojekt. Vermisst hatte ich eigentlich noch nichts, aber Herausforderungen bringen Luft ins Gehirn.
Ich heiße Barbara und bin nach der Juristerei auf die Kunst gekommen. Eine Kunst, die zum Nachdenken und Loslassen anregen soll und die ich mit Leidenschaft betreibe.

eine sehr wichtige Frage, die man wahrscheinlich erst nach dem Eintritt in die Rente oder in den Ruhestand sachkundig beantworten kann! Ich vermisse am meisten die alltäglichen Begegnungen,bei denen man sich beruflich und auch privat ohne weiteres austauschen konnte. Im besten Fall eine Art Selbsthilfegruppe für alltägliche Fragen und Befindlichkeiten.
Ich bin Lea, Altruistin, Misanthropin, halb freiberufliche Texterin und Übersetzerin für Leichte Sprache, halb Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins, ohne menschlichen Anhang, dafür wunderbar fest verbunden mit dem unglaublichsten Profiplüschtier der Welt, meiner Blindenführhündin Arzu.

die Frage spricht mich nur so halb an, denn ich stehe noch mitten in meinem Berufsleben und habe just vor einer Woche eine neue Stelle angetreten. Bisher habe ich aus jedem meiner früheren Jobs hinterher immer ganz unterschiedliche Dinge vermisst, da es sehr unterschiedliche Stellen mit unterschiedlichem Umfang, unterschiedlichen Inhalten und Rahmenbedingungen waren. Aus meinem letzten Job vermisse ich die wahnsinnig spannenden und teils sehr inspirierenden Inhalte der NGO ProPeace und der zivilen Konfliktbearbeitung, die ich zusammen mit einem Team in die Öffentlichkeit tragen durfte, das überwiegend jünger war als ich und mich sehr motiviert und gestärkt hat. Ich glaube, aus meinem neuen Job werde ich Ähnliches vermissen, wenn er irgendwann wieder endet – vor allem aber den Einfluss und die Selbstwirksamkeit, das Gefühl, die Welt ein bisschen besser machen zu können. Ich bin jetzt in Aachen die neue Koordinierungs- und Fachperson für das Bundesprogramm Demokratie Leben bzw. die hiesige Partnerschaft für Demokratie. Trotz der destruktiven Veränderungen durch Ministerin Prien ist das immernoch eine der spannendsten und sinnvollsten Stellen, die ich mir vorstellen kann, und ich bin unheimlich glücklich, diese Aufgaben anvertraut bekommen zu haben und mit Menschen arbeiten zu dürfen, die ich teils seit Jahren kenne und sehr wertschätze. Also, hoffentlich konnte ich die Frage sinnvoll beantworten 🙂
Mich kennen Sie natürlich. Ich bin Nessa Altura, die Betreiberin dieses Blogs. Und ich bin diejenige, die hier die Fragen stellt.

Ich denke gelegentlich an die kleine verschworene Runde, die sich in den Pausen im winzigen „Raucherzimmer“-Abteil des Lehrerzimmers befand. Darin wurden Gespräche geführt, die im großen Leherzimmer niemals möglich gewesen wären. Man konnte zugeben, wenn einem etwas misslungen war, wenn man mit einer Klasse oder einem gewissen Schüler oder Schülerin nicht zurecht kam oder sich über ewig unzufriedne Eltern mokieren. So viel gelacht wurde nie wie dort. Und wehe, jemand, der nicht dazugehörte, drückte die Türklinke nieder – der wurde sofort rausgezischt!
Ja, das vermisse ich manchmal…
Habt Dank, ihr Lieben!
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