Wenn du einen Gegenstand aus deiner Vergangenheit zurückholen könntest, welcher wäre das, warum und was würdest du damit tun? Wir stellen unserer Männerrunde diese Frage

Unsere Frauenrunde kennen Sie ja. Sie soll Sie unterhalten; und zwar mit Ansichten zu Themen, die vielleicht auch Sie gerade beschäftigen.

Nicht nur unter Corona haben wir erkannt, wie wichtig persönliche Unterhaltungen zu einzelnen Themen sind. Weil es aber physisch nicht immer geht, müssen wir uns online unterhalten, so zum Beispiel per eMail.

Wir wollen ab jetzt ab und an kurze Statements veröffentlichen, die uns unsere Leserinnen und Leser spenden. Wir fragen, sie antworten spontan. (Nicht unähnlich der Runde, die uns schon zum Thema Sinnlich sein oder werden ihre Ansichten spenden (zu finden unter den Frivolini).) Es geht nicht um Tiefschürfendes, sondern um ein paar Sätze, die uns verraten, wie jemand über eine gewisse Sache denkt.

Jetzt haben wir auch eine Männerrunde eingerichtet, die wir hier bereits vorgestellt haben.

Wenn du einen Gegenstand aus deiner Vergangenheit zurückholen könntest, welcher wäre das, warum und was würdest du damit tun?

Ich bin Michael, promovierter Chemiker, aber schon seit über 20 Jahren in Zulassungsabteilungen verschiedener Pharma-Firmen. Als (ehemaliger) Forscher, bin ich immer noch extrem neugierig und lerne gerne jeden Tag etwas Neues dazu.

Ich habe mal ein (nicht-lizensiertes) Asterix-Heft besessen (Asterix und das Atomkraftwerk), dass ich in meinem Abiturjahrgang verliehen hatte. Das war damals so angesagt, dass es jeder unbedingt lesen wollte. Ihr könnt‘ euch sicherlich denken, dass ich es nie zurückbekommen habe. Es ist durch viele Hände gegangen und ich nehme an, dass irgendwann die Person nicht mehr wusste, wo das Heft herkam. Dieser Comic hätte heute sicherlich einen guten Sammlerwert. Ich würde es gerne nochmal lesen und was man so vor fast 50 Jahren über Atomkraft so gedacht hat. Es war in jedem Falle ein eher „grünes“ Weltbild.

Ich bin Norbert, Volkswirt, Wanderer zwischen den Welten, von Politik, Verwaltung bis Wirtschaft, und Asien, Afrika bis Schwarzwald.

Der Gegenstand aus der Vergangenheit wäre eine alte Holztreppe in einem alten Haus. Nach Auflage der Baubehörde sollte die ausgetretene Treppe erneuert werden, damit sie für Benutzer sicherer ist. Als sie ausgetauscht war, sagte die Denkmalbehörde, dass hätten wir nicht tun müssen. Würden wir sie zurückholen können, würde ich die schöne alte, massive Treppe aus dunklem Holz genießen, das Knarren hören und mich freuen.

Ich bin Roman, frischgebackener Vater, Produktmanager in Software und interessiert an allem Digitalem. Zur Zeit im fernen Singapur ansässig.

Einen Gegenstand? Da fällt mir ja gar nichts ein. Bin da nicht so sentimental. Vielleicht den alten PC mit den 100 Bitcoins drauf? Spaß. Den gab's nicht. Würde ja lieber Dinge in die Zukunft schicken. Ich habe so viele Sachen hier, die ich vielleicht mal brauchen könnte. Aber nicht im Moment. Dann wären die aufgeräumt.

Ich bin Rolf. Nach Uni-Studium (BWL, Mathe) beruflich als Software-Entwickler in D’land, Ostafrika, USA gearbeitet. Nach dem Beruf wieder ernsthaft Gitarre gespielt, die Welt bereist und in Künstlervereinigungen aktiv mitgearbeitet.

Habe lange darüber nachgedacht, ob es überhaupt einen Gegenstand aus meiner Vergangenheit gibt, den ich zurückholen möchte, zu welchem Zweck auch immer. Aber mir ist nichts eingefallen. Nichts, was ich nicht sowieso hätte, wenn ich es bräuchte. Und plötzlich, während ich hier schreibe, ist mir ein Gegenstand eingefallen, den ich nie besessen habe, aber gerne gehabt hätte – ich kenne es nur von einem Foto – ein Ölgemälde, „Die Apokalypse“ (ca. 70 x 110cm), von meiner ersten Frau, die auch Malerin war und zuletzt in Johannesburg (RSA) lebte. Mein Freund wollte es ihr abkaufen – und ich beneidete ihn darum. Aber es kam nicht mehr dazu. Wohnung und Atelier der Malerin brannten eines Tages lichterloh – und auch die meisten Bilder verbrannten zusammen mit dem Mobiliar. Inzwischen sind die Beteiligten lange verstorben, und mir bleibt nur die Erinnerung. Wenn ich jetzt so einen Zauber anwenden könnte, würde ich gerne dieses Bild wieder auferstehen lassen, nur, um es einmal ‚in Echt‘ zu sehen. Und dann würde ich es der Stadt Böblingen schenken, da es sehr zeitgemäß ist.

Habt Dank, ihr Lieben!

Sie mögen unsere Runde? Dann folgen Sie ihr! Alle bisherigen Beiträge unserer Runde können Sie auf einer Seite nachlesen. Und wie wärs, wenn Sie mitmachten?

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