Ein Restaurant deiner Wahl wäre möglich. Was würdest du deinen Gästen offerieren? Wir fragen unsere Frauenrunde

Nicht nur unter Corona haben wir erkannt, wie wichtig persönliche Unterhaltungen zu einzelnen Themen sind. Weil es aber physisch nicht immer geht, müssen wir uns online unterhalten, so zum Beispiel per eMail.

Wir wollen ab jetzt ab und an kurze Statements veröffentlichen, die uns unsere Leserinnen und Leser spenden. Wir fragen, sie antworten spontan. (Nicht unähnlich der Runde, die uns schon zum Thema Sinnlich sein oder werden ihre Ansichten spenden (zu finden unter den Frivolini).) Es geht nicht um Tiefschürfendes, sondern um ein paar Sätze, die uns verraten, wie jemand über eine gewisse Sache denkt.


Wir haben uns wieder getroffen – virtuell natürlich. Und uns – und die Männerrunde – mit folgender Frage beschäftigt:

Wenn du an einem beliebigen Ort ein Restaurant deiner Wahl eröffnen könntest, welche Art von Essen würdest du anbieten? Und wo wäre das?

Mit 18 Jahren war ich in der Stuttgarter Kunstakademie, seither bin ich das, was man Freischaffende Künstlerin nennt mit Schwerpunktthema „Mensch“. Froh bin ich über Literatur und glücklich, wenn ich ein schönes Buch in Händen halte.

Auf der Speisekarte meines Restaurants würden Fischgerichte stehen.
Mediterrane hauptsächlich, aber auch solche aus dem Norden.
Um nicht alles selbst kochen zu müssen, hätte ich gerne eine Köchin zur Unterstützung.
Da ich gerne zu Fuß ins Lokal gelangen würde, müßte es also am Heimatort sein.
Allerdings hätte es das Aussehen einer griechischen Taverne.

Herbstliche Grüße
Ines


Wenn du an einem beliebigen Ort ein Restaurant deiner Wahl eröffnen könntest, welche Art von Essen würdest du anbieten? Und wo wäre das?

Barbara sagt:

Ich heiße Barbara und bin nach der Juristerei auf die Kunst gekommen. Eine Kunst, die zum Nachdenken und Loslassen anregen soll und die ich mit Leidenschaft betreibe.

Eine hübsche Frage, liebe Nessa.

Ich würde am liebsten ein rollendes Restaurant eröffen, das immer mit der Sonne unterwegs sein sollte. Ich würde brasilianisches Essen anbieten.

Als allererstes Bobó de camarão

Zu dieser Creme, die ursprünglich aus gekochtem Maniok, Dendéöl, Paprika, Knoblauch und Tomaten besteht, kommen noch Garnelen hinzu. Hinzugeben kann man noch Yucapuree, Ingwer und Palmenöl . Ein traditionelles Rezept,das superlecker schmeckt.

Fehlen darf nicht die Feijoada!

Die Feijoda ist für den Brasilianer ein non plus ultra. Mittwochs und samstags ist es in vielen Küchen des Landes zur Gewohnheit geworden, diese Speise aus den schwarzen Bohnen zu zaubern. Dazu gibt es Pökelfleisch. Bestreut wird das Ganze mit Mandioka, der landestypischen Wurzel.
Total lecker und dazu noch gesund.

Weniger gesund, aber in Maßen bekömmlich, ist der Caipirinha. Als Nationalgetränk wird dieser Cocktail (der übersetzt so viel wie “kleiner Geizhals” heißt) vor dem Essen gereicht . Ob mit Crushed Ice oder Eiswürfeln, braunem oder weißem Zucker, Limetten oder Zitronen, Vodka oder Cachaca!

Abraco

Barbara Häberlein

Liebe Grüße
Barbara 


Wenn du an einem beliebigen Ort ein Restaurant deiner Wahl eröffnen könntest, welche Art von Essen würdest du anbieten? Und wo wäre das?

Ich bin Lea, Altruistin, Misanthropin, halb freiberufliche Texterin und Übersetzerin für Leichte Sprache, halb Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins, ohne menschlichen Anhang, dafür wunderbar fest verbunden mit dem unglaublichsten Profiplüschtier der Welt, meiner Blindenführhündin Arzu.

Liebe Nessa,

Mein Restaurant würde auf tierische Produkte mit ganz wenigen Ausnamen
verzichten, jede Art von Massentierhaltung und Ausbeutung würde ich
nicht unterstützen wollen und meiner Kundschaft damit beweisen, dass
Essen ohne Tier sehr lecker und vollwertig sein kann. Ausnahmen wären
nur tierische Produkte, bei deren Gewinnung die Tiere wirklich nicht
leiden müssten, also beispielsweise Eier, die vom Bauernhof statt aus
der Legebatterie kommen oder vielleicht auch Wildfleisch von Tieren, die
ohnehin geschossen werden müssten, um die Population stabil zu halten
und Schäden am Wald zu verhindern. Ich würde aber auch auf
Lebensmittelrettung setzen, also gäbe es Fleisch und Käse etc. durchaus,
sofern diese Produkte anderenfalls auf dem Müll gelandet wären oder
schon von dort zurückgeholt sind. Das Restaurant hätte dementsprechend
keine umfangreiche und vor allem eine vom tagesaktuell verfügbaren
Angebot abhängige Speisekarte. Um so einn Restaurant tatsächlich
realisieren zu können, müsste im Bereich der Lebensmittelrettung
allerdings erstmal rechtlich Einiges geändert werden, denn zur Zeit ist
die Verwertung von abgelaufenen oder weggeworfenen Produkten nicht legal
möglich.


Liebe Grüße

Lea

PS : Idealerweise wäre das Restaurant in irgendeiner guten Lage, wo viele
Leute vorbeikommen – es soll ja nicht nur lecker sein und satt machen
sondern vor allem Strahlkraft haben und Leute zum Nachdenken bringen.


Wenn du an einem beliebigen Ort ein Restaurant deiner Wahl eröffnen könntest, welche Art von Essen würdest du anbieten? Und wo wäre das?

Ich bin Anne, Mathematikerin und Lebenskünstlerin aus Passion mit einem Technikfaible und ewiger, grenzenloser Neugierde.

Anne sagt:

Ich würde ein Ramen Restaurant aufmachen.Da wäre vielleicht machbar und mit regionalen Produkten bis auf die asiatischen Zutaten möglich. Hab aber mal mit meiner Schwester so ein kleines Restaurant ins Auge gefasst und wir kamen zu der Entscheidung dagegen, weil wir die ganze Arbeit nicht geschafft hätten. Ohne Sklaven.


Viele liebe Grüße von Anne 


Wenn du an einem beliebigen Ort ein Restaurant deiner Wahl eröffnen könntest, welche Art von Essen würdest du anbieten? Und wo wäre das?

Mich kennen Sie natürlich. Ich bin Nessa Altura, die Betreiberin dieses Blogs. Und ich bin diejenige, die hier die Fragen stellt.

Mein Restaurant böte die sogenannte Fusionküche an – von allem, was mir selber schmeckt, etwas: Vier Vorspeisen, vier Salate, vier Suppen, vier Zwischenmahlzeiten, vier vegetarische Gerichte, vier Fleischgerichte, vier Nachtische. Ein Spezialmenu gefällig?

  • gemischte eingelegte Fischlein [Vorspeise]
  • Chikoréesalat mit Surimi [Salat]
  • Kartoffelsuppe mit Speck [Suppe]
  • Linsen-Bohnen-Salat mit rohem Schinken [Zwischengericht]
  • breite Nudeln mit Pilzen [vegetarisches Hauptgericht]
  • Nürnberger Bratwürstchen mit Sauerkraut und Kren [Fleischernes Hauptgericht]
  • Crème Brulée [Dessert]

hm – das alles zusammen wäre natürlich viel zu hapsig… Grund dieser Frage ist folgender: Wenn beim Radfahren ermüdende Passagen passieren, unterhalte ich mich ablenkenderweise immer damit, zu überlegen, was auf der Speisekarte meines fiktiven Restaurants stehen würde. Das sind natürlich dann Dinge, die ich selber gerne esse, die ich locker und gelingsicher zubereiten kann und die unschwierig überall auf der Welt zu beschaffen wären.


Ihr Lieben, das war sehr inspirierend! Und ja, Anne, man fragt sich schon, wie Restaurants ohne Sklaven oder Familienangehörige das erfolgreich stemmen können. Letzteres trifft ja wohl für die Italiener zu, deren Pizzerien man inzwischen (fast) überall in unserem Land findet. Und dankbar besucht, weil alle Alternativen verschwunden sind.

Sie mögen unsere Runde? Dann folgen Sie ihr! Alle bisherigen Beiträge unserer Runde können Sie auf einer Seite nachlesen. Und wie wärs, wenn Sie mitmachten?

>Alle unsere Angebote auf einen Blick!

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