Was an einem Nachmittag beibringen? Wir fragen unsere Frauen-Runde

Wir haben uns wieder getroffen – virtuell natürlich. Und uns – und die Männerrunde – mit folgender Frage beschäftigt:

Nessa fragt:

Wenn du einen Nachmittag Zeit hättest, um jemandem etwas Wichtiges beizubringen, was würdest du dann (aus dem Vielen, was du kannst) auswählen?

Ich heiße Barbara und bin nach der Juristerei auf die Kunst gekommen. Eine Kunst, die zum Nachdenken und Loslassen anregen soll und die ich mit Leidenschaft betreibe.

Barbara sagt:

es ist gut, dass ich nachmittags immer wieder mal Zeit habe. Zeit,um jemandem etwas Wichtiges beizubringen? Darf ich einem Menschen etwas beibringen? Dazu Faust I ” Nacht: ” Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren.”

Und was ist ist wichtig, was ist unwichtig? Das kann ich aus meiner momentanen Perspektive sagen. Wählen würde ich den Umgang mit Beitel, Eisen und Schnitzmesser.  

Sei(d) herzlich gegrüßt aus klirrender Kälte  

Barbara

Wenn du einen Nachmittag Zeit hättest, um jemandem etwas Wichtiges beizubringen, was würdest du dann (aus dem Vielen, was du kannst) auswählen?

Ich bin Anne, Mathematikerin und Lebenskünstlerin aus Passion mit einem Technikfaible und ewiger, grenzenloser Neugierde.

Anne sagt:

Deine Fragen haben in sich!Da fällt mir soviel ein, was ich schon gelehrt hab.Meine ersten Vorträge bei Siemens befassten sich mit der Struktur von Betriebssystemen. Das hat einen grossen Spaß gemacht, dieses Thema in einen mehrteiligen Kurs zu packen und den Ingenieuren beizubringen. Die letzten Vorträge, die ich dort gehalten hab, handelten von Konfliktmanagement mit dem Titel ,Konflikt und Kooperation’.  Das ist auch ein sehr wichtiges Thema, das mich als Betriebsrätin besonders bewegt hat. Das würde ich gerne vor allen Dingen für Frauen weitermachen und last not least das Thema Energiegewinnung und Energiewende, das hab auch im Wesentlichen für Frauen schon ein paar Mal gemacht als Gegenmittel zu dem Spruch ,der Strom kommt aus der Steckdose'( ziemlich blöder Spruch) und würde es gerne weitergeben, was ich da so zusammengetragen habe auf Grund meiner Arbeit.Dazwischen war auch noch Einiges….aber das reicht jetzt erstmal 

Liebe Grüsse zum Abend

Anne

PS ein interkulturelles Seminar würde ich sehr gerne entwerfen, hab ich noch nie gemacht,  aber die Erfahrungen in den Verhandlungen weltweit mit China, Japan,  Australien, dem arabischen Raum und Europa, die wir geführt haben, würde ich schon gerne weitergeben.

Wenn du einen Nachmittag Zeit hättest, um jemandem etwas Wichtiges beizubringen, was würdest du dann (aus dem Vielen, was du kannst) auswählen?

Mit 18 Jahren war ich in der Stuttgarter Kunstakademie, seither bin ich das, was man Freischaffende Künstlerin nennt mit Schwerpunktthema „Mensch“. Froh bin ich über Literatur und glücklich, wenn ich ein schönes Buch in Händen halte.

Eigentlich sollte ich es umdrehen und mir einen bis viele Nachmittage Zeit nehmen, um etwas zu lernen, das ich unbedingt können sollte.
Das, was ich am besten kann, werde ich niemandem beibringen können, schon gar nicht an einem Nachmittag.Aber viellicht eine Grundlage dafür schaffen, indem wir zusammen die genaue Betrachtung üben.Die Umstände dazu sind momentan günstig, da das Reisen und Ausgehen extrem eingeschränkt sind.Und da kann man sich konzentrieren auf die nähere Umgebung, auf das, was man angeblich längst kennt.Jetzt könnte man genauer hinschauen und dabei vielleicht zu neuen Erkenntnissen kommen.Statt die Umgebung kann man sich auch ein Foto oder ein Bild vornehmen und so etwas machen wie die Bildbeschreibung in der Schule.Was ist darauf zu sehen, was genau? Überraschenderweise kommt bei der Aufzählung meist eine Interpretation des Gesehenen zustande.
Diese genauen Betrachtungen mögen nicht für jeden besonders wichtig sein.Ich kann aber versichern, daß sie Freude machen.

Wenn du einen Nachmittag Zeit hättest, um jemandem etwas Wichtiges beizubringen, was würdest du dann (aus dem Vielen, was du kannst) auswählen?

Ich bin Lea, Altruistin, Misanthropin, halb freiberufliche Texterin und Übersetzerin für Leichte Sprache, halb Geschäftsführerin eines gemeinnützigen Vereins, ohne menschlichen Anhang, dafür wunderbar fest verbunden mit dem unglaublichsten Profiplüschtier der Welt, meiner Blindenführhündin Arzu.

Bisher habe ich höchstens mal Workshops zur Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit für Leute in Klimaschutzinitiativen wie der
Aachener Supportgruppe für den Hambacher Wald oder Extinction Rebellion Aachen angeboten. Da bin ich vom Fach, das ging gut und kam super an.
Viel mehr Lust hätte ich an so einem Nachmittag aber auf eine offene
Diskussionsrunde über Nachhaltigkeit im Alltag. Ich versuche, mein Leben
auf vielen Ebenen so nachhaltig wie möglich zu gestalten, kritisch zu
konsumieren, mich freegan zu ernähren, Müll zu vermeiden oder zu retten
und so sparsam wie möglich mit jeglichen Ressourcen umzugehen. Zu dem
Themenkomplex moderiere ich auch eine Mailingliste. Insofern würde ich
sagen, ich habe Ahnung davon, die ich total gern weitergebe – und ich
selbst kann von Anderen sicher auch noch Einiges lernen.

liebe Grüße

Lea
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Wenn du einen Nachmittag Zeit hättest, um jemandem etwas Wichtiges beizubringen, was würdest du dann (aus dem Vielen, was du kannst) auswählen?

Mich kennen Sie natürlich. Ich bin Nessa Altura, die Betreiberin dieses Blogs. Und ich bin diejenige, die hier die Fragen stellt.

Ich würde wahrscheinlich ein Cartolinchen mit ihr oder ihm basteln. Das ist ein hübsches kleines Brieflein inform eines Minibuches, das man beim Autorenexpress bestellen kann. Es verlangt eine gewisse Falttechnik, aber wenn man die einmal heraus hat, kann es ungeheuer viel Spaß machen.

Es inspiriert zum Kommunizieren, zwar schriftlicher Natur, aber eben auch leicht und locker. Es gibt doch vieles, was man anderen gerne sagen möchte, aber mündlich nicht so leicht fertigbringt. Man kann zum Beispiel nach den Befinden fragen, nach der Stimmung, man kann sich entschuldigen oder Mitgefühl ausdrücken, man kann frech sein oder lustig oder ernst – ganz wie es beliebt. Und am Ende kann man es bemalen, verzieren, bekleben, was auch immer.

Ich finde, es tut immer gut, etwas mit den Händen zu machen. Und Papier ist so ein wunderbarer Werkstoff. Aber auf eines würde ich am Ende achten: Darauf, dass es dann auch tatsächlich in den Postkasten geworfen wird, das Cartolinchen. Denn das ist seine Bestimmung: Kontakt aufzunehmen mit jemandem, der einem etwas bedeutet.

Vielen Dank für eure Antworten, ihr Lieben.

Nessa

Bild(er) von unsplash (*) oder wikimedia commons (**) oder selbst geschossen (***) oder auch vom useum (****). Danke vielmals!

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