Krise, Gefahr und Chance – wie seht ihr das? Wir fragen unsere Frauen-Runde

Wir haben uns wieder getroffen – virtuell natürlich. Und uns – und die Männerrunde – mit folgender Frage beschäftigt:

Nessa fragt:

Guten Morgen, ihr Lieben, das ist die Dezemberfrage:

Wenn du an die derzeit so oft im Mund geführte Behauptung denkst, dass in den chinesischen Schriftzeichen sich das Wort KRISE aus den Zeichen für GEFAHR und CHANCE zusammensetzt, findest du dann für dich persönlich Wahrheit darin? Und wenn ja, könntest du ein Beispiel dafür geben?
Ich danke euch schon mal, habt einen schönen 4. Advent

Krise, Gefahr und Chance – wie seht ihr das?

Ich heiße Barbara und bin nach der Juristerei auf die Kunst gekommen. Eine Kunst, die zum Nachdenken und Loslassen anregen soll und die ich mit Leidenschaft betreibe.

Barbara sagt:

Liebe Nessa Altura!   Wenn ich an die derzeit oft  geäußerte Behauptung denke, dass in den chinesischen Schriftzeichen sich das Wort KRISE aus den Zeichen für GEFAHR und CHANCE zusammensetzt, finde ich dann für mich persönlich Wahrheit darin?     Ungeachtet der Frage,ob diese Behauptung zutrifft,ist eine Krise gefährlich, weil ich dabei die Kontrolle über mein Leben verlieren könnte. Ich suche, um bewußt weiter leben zu können, nach einem Weg hinaus aus der Krise. Dazu brauche ich ein Umdenken im Kopf, die Konzentration darauf, was für mein Leben und das Leben meiner Lieben in dieser Situation wirklich wichtig ist. Und dieses Umdenken und das bewußtere Wahrnehmen meines und unseres Lebens birgt die Chance auf Veränderung oder gar Verbesserung, vorausgesetzt, ich ändere mein Verhalten. Indem ich mich eingehend informiere, Vertrauen habe, fordere, freundlich bleibe und den Diskurs suche. Die derzeitige Krise –  in Form der weltumgreifenden Pandemie – bietet für mich und hoffentlich für viele Andere die Chance, nicht mehr zu der früheren Normalität zurückzukehren.   Zur Chance gibt es eine schöne (im Internet gefundene) Geschichte von einem Schiffbrüchigen. Der strandet auf einer einsamen Insel. Mit letzter Kraft baut er eine Hütte aus Treibholz, um darin seine geretteten Vorräte trocken zu halten. Als er am nächsten Tag von einer Erkundungstour zurückkommt, sieht er schon von Weitem dicken Rauch aufsteigen. Seine Hütte brennt lichterloh. Alle Arbeit umsonst, denkt er, und jetzt verbrennen meine Vorräte. Aber Stunden später hält eine Yacht Kurs auf die Insel und legt an. Verwundert fragt der Schiffbrüchige: „Woher wusstet ihr, dass ich hier bin?“ Der Kapitän antwortet: „Wir haben ihre Rauchzeichen gesehen.“   Liebe Grüße  Barbara

Krise, Gefahr und Chance – wie seht ihr das?

Ich bin Anne, Mathematikerin und Lebenskünstlerin aus Passion mit einem Technikfaible und ewiger, grenzenloser Neugierde.

Anne sagt:

Anne liegt leider mit einer schweren Gehirnerschütterung im Bett und braucht absolute Ruhe. Deshalb kann sie jetzt keine Fragen beantworten. Gute Besserung, Anne! Schone dich!

Auch Eva braucht in diesen Monaten eine Pause. Bis später, Eva!

Krise, Gefahr und Chance – wie seht ihr das?

Mit 18 Jahren war ich in der Stuttgarter Kunstakademie, seither bin ich das, was man Freischaffende Künstlerin nennt mit Schwerpunktthema „Mensch“. Froh bin ich über Literatur und glücklich, wenn ich ein schönes Buch in Händen halte.

In einer Krise spitzen sich Ereignisse so zu, daß eine Entscheidung getroffen werden muß, entweder etwas zu tun oder aber sich mit den Gegebenheiten abzufinden, um damit leben zu können.Im ersten Fall besteht die Gefahr, das Falsche zu tun oder aber zu spät. Trifft man aber die richtige Entscheidung, tut sich ein neuer Weg auf. Und ja, ich habe in jungen Jahren beinahe zu lange gewartet für einen Befreiungsschlag, glücklicherweise nur beinahe. Eine Krise ganz anderer Art ist die aktuelle Pandemie. Da kommt es eher darauf an, viele Dinge nicht zu tun und sich abzufinden mit der Situation. Gelingt das, kann man innere Ruhe finden.Vorausgesetzt natürlich, man muß nicht ums tägliche Brot kämpfen.Nebenbei wäre es an der Zeit, über das Entstehen von Pandemien nachzudenken und damit über so Vieles, das die Erde mit allen Lebewesen darauf in Gefahr bringt. Die chinesischen Schriftzeichen haben es also ganz gut getroffen.

Krise, Gefahr und Chance – wie seht ihr das?

Die Gefahr geht der Krise voraus. Die Bannung der Gefahr ist die Krise, denn da gilt es, zwischen Alternativen zu wählen:

  1. Gar nichts tun
  2. Sich tot stellen
  3. Fliehen

Bei Corona könnte das gar nichts Tun, also gar nichts Ändern, sondern leben wie bisher, tödlich sein. In Sachsen, wo traditionellerweise viele Gruppen operieren, die die Coronagefahr eher verharmlosen, sind die Zahlen der positiv Getesteten erschreckend hoch.

Totstellen (also sich zu Hause verstecken) hilft sicher gegen die Todesgefahr, aber zu einer Chance wird die Krise dann nicht. Dazu braucht es eine Verhaltensänderung. Eine Verhaltensänderung wäre meines Erachtens das Fliehen. Die Flucht in das Neue.

Ich kann gar nicht sagen, ob Corona bei mir persönlich zu neuen Chancen geführt hat. Wenn ja, dann bestanden sie darin, dass mir durch die Ruhe und das Fehlen von Sozialkontakten kreative Lösungen zugefallen sind, die es in der Hektik des Normallebens vielleicht nicht gegeben hätte. Insofern hat sich für mich schon eine Chance aufgetan.

Positiv ausgewirkt hat sich für mich auch, dass mein neues Buch, die LOBSTER TALES, in eine Zeit fiel, in der die Zeitungen wenig zu berichten fanden. Um so mehr wandten sie sich mir zu – wunderbar! Gleich 4 Tageszeitungen haben berichtet. Das gab es noch nie!

Vielen Dank für eure Antworten, ihr Lieben.

Nessa

Bild(er) von unsplash (*) oder wikimedia commons (**) oder selbst geschossen (***) oder auch vom useum (****). Danke vielmals!

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