Korsischer Bilderbogen

Wie versprochen lasse ich Sie ein bisschen mitreisen … nach

Korsika.

Allerdings müssen Sie sich dazu aufs Rad schwingen und ein wenig sportlich treten – die Insel ist steiler als man annimmt. Wir haben nur die nördliche Hälfte bewältigt. Wie alle Inseln hat sie eine geheimnisvolle isolierte Aura…

 

Wie auf alle Inseln kommt man, wenn man nicht fliegen will, mit dem Schiff, erlebt also die klassische gemächliche Annäherung an eine andere Welt.

Ein erster Gang zum Leuchtturm von L’Ile Rousse schenkt einem einen ersten Blick auf Korsikas Reichtum: Die Farben im Oktober: Gold, Grün, Braun. Leuchtende Himmel beim Sonnenuntergang wie sonst nur in der Südsee.

Der Herbst am Mittelmeer bedeutet natürlich nicht nur die bezaubernde Verlängerung des Sommers, sondern auch Sturm und Regen, beides nicht zu knapp: Im Platanencafé kurz vor dem Guss.

Anderntags geht es in die Berge: Kurven, Steine, Felsen, grandiose Ausblicke.

Hübsche Dörfer liegen am Hang, viele verstreute und wohl auch verlassene Höfe, nur wenig Landwirtschaft.

Eigenartig die Erinnerung an Toten – an Orten mit besonders schönem Blick werden kleine Grabmale oder Mausoleen angelegt, oft außerhalb der Friedhöfe. Hier sieht man sie in Gruppen, oft aber stehen sie auch einzeln in der Landschaft.

Irgendwann kommt man immer ans Meer und wenn man Glück hat, kann man schnell noch ein kühles Bad nehmen…

Auch am nächsten Tag durchfährt man wieder stille Dörfer, umgeben von Esskastanienbäumen, dickstämmigen Platanen und Olivenbäumen.

Immer wieder überrascht einen dies auf den Straßen:

Tierkot. Frisch. Waren hier Hirten oder Schäfer zugange?

So viele vagabundierende Tiere, die sich auf den Bergstraßen vergnügen, habe ich noch nie gesehen. Man muss aufpassen: Sie sind halbwild und weichen sicherlich knatternden Motorrädern aus, aber lautlos daher kommende Fahrräder sind sie weniger gewöhnt. In Korsika sind sie, obwohl herrenlos, geschützt und nicht wenige Einwohner empören sich darob. Warum? Weil es zu Unfällen kommt und die Dorfbewohner ihre sorgsam gepflegten Gärten einzäunen müssen.

Es gibt eben niemanden mehr, der sich, wie früher üblich, um sie kümmert. Besonders im Niolo sind die halbwilden Tiere zu finden.

Aber bald findet die erschrockene Seele wieder Frieden und genießt den Sonnenuntergang am Meer.

In den Städtchen gibt es Cafés, Bars und gutes französisch-korsisches Essen und immer eine Ruhestätte, sprich Hotel.

Und am Ende wartet man – in einem Pulk von Motorrädern mit einem Fahrrad (unten rechts!) nur geduldet –

auf sein Schiff, das einen am nächsten Morgen

pünktlich in Savona auf dem italienischen Festland abliefert.

Schön war es, und ich hoffe, Sie haben ein wenig vom korsischen Spirit gefühlt, während Sie die Bilder an sich vorbeiziehen lassen haben.

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