Sachbuch Empfehlungen. Jeden Monat neu!

Sachbuch Empfehlungen

Sachbuch des Monats: Nachdem wir über eine lange Zeit hinweg Anthologien besprochen haben, widmen wir uns seit dem Jahresbeginn 2020 den Sachbüchern, die uns gefallen haben.


Sachbücher sind Bücher, die sich mit non-fiction befassen – also mit Sujets, die nicht erfunden sind.

Sachbuch des Monats September 2021: The Big Five For Life. Von John Strelecky

Es gibt ja so Bücher, die liegen einfach in der Luft. In letzter Zeit ist mir der Name Strelecky öfter unter die Nase gekommen, als mir angenehm war. Und darum habe ich beschlossen, jetzt endlich einmal eines seiner Lebensratgeberbücher zu lesen. THE BIG FIVE FOR LIFE hat er dieses genannt, und im Untertitel heißt es: Was wirklich zählt im Leben. Ja doch, das möchte man wissen. Die Big Five kennt man ja aus Afrika: Das ist Großwild, das man einfach gesehen haben muss – auch so ein Gedanke des gierigen Konsumierens der Natur.

Strelecky hat zwei Vorschläge zur Lebensgestaltung, die Sinn machen. Der eine ist das “Museum des eigenen Lebens”. Da soll man sich vorstellen, von einem selbst bliebe auf der Welt nichts als eben dieses Museum. Und darin wäre jeder Tag des eigenen Lebens ausgestellt. Jeder Besucher*in würde also erfahren, womit man diese Tage gefüllt hat. Man schwankt sofort zwischen Entsetzen und Scham, wenn man sich das vorstellt.

Auf typisch amerikanische Erzählweise hat Strelecky nun einen Protagonisten erfunden, der den schönen Namen Thomas Derale hört, was sich wie folgt übersetzen lässt:

Dieser grossartige – leider im Sterben liegende – Mann klärt nun Kapitel für Kapitel auf, wie man seine Museumstage mit sinnvollen Handlungen füllt. Natürlich muss man dazu erst einmal den Zweck seiner eigenen Existenz (ZdE) benennen können. Das ist eine Leerstelle in Streleckys Buch, weil da die Leser*in selbst gefordert ist. Weiss man den ZdE aber, kann man auch seine eigenen Big Five definieren. Welche 5 Ziele will man erreichen? Diese muss man sich ausbuchstabieren, um sie stets vor Augen zu haben. Und erst, wenn diese erfüllt sind, ist der Museumsbesuch lohnend auch für andere. Und wenn man anderen dabei hilft, die jeweiligen Ziele zu erreichen ist man auch ein echter Leader wie jener Thomas Derale.

Ich finde das im Prinzip sinnvoll und habe diese Big Five für mich schon seit Jahren notiert. Ob ich allerdings so weit gehen würde wie Derale, der sie jedem seiner Mitarbeiter auf die Visitenkarte druckt, weiß ich nicht. Aber es leuchtet mir ein, dass man vielen Menschen weiterhelfen könnte, wenn man wüsste, welches ihre Ziele wären. Und wer hilft, dem wird auch geholfen…das stimmt ganz sicher. Fazit: Es lohnt, das Büchlein. Wenn man das dick aufgetragene amerikanische Stilelement (ein wunderbarer Protagonist, den alle lieben und der keine Fehler macht, eine Art Heiland) verknusen kann.

Im Autorenweltshop für 9,90€ oder, noch besser, bei Ihrem örtlichen Buchhändler!


Sachbuch des Monats August 2021: Zusammen Leben. Von Bart Somers

Bart Somers ist zum besten Bürgermeister der Welt gewählt worden. Wie kam es dazu? Das hat mich interessiert und deshalb habe ich sein Buch, das von der Transformation seiner Stadt Mechelen berichtet, gekauft. Das belgisch-flämische Mechelen ist nicht irgendeine Stadt: Es ist mittelgroß und höchst geschichtsträchtig. Und ich habe dort schon ganz wunderbar genächtigt. Obwohl Mechelen bis vor Kurzem höchst verrufen war: Chaos, Straßenkriminalität, Dreck. Wie der Bürgermeister es schaffte, den Trend zu wenden, das erzählt er in seinem Buch. Es enthält sinnvolle Überlegungen zu

  • den Gründen, weshalb junge Menschen sich zu so gewaltsamen Gruppen wie dem IS hingezogen fühlen und was man dagegen tun kann, dass diese fatale Neigung zu irreversiblen Tatsachen führt
  • wie man straffällig gewordene Jugendliche ansprechen und für die Gesellschaft zurückgewinnen kann (Spoiler: Indem man die Eltern mit ins Boot nimmt und nicht zulässt, dass diese sich einfach zurücklehnen)
  • wie man mit “echten”, schweren Mehrfach-Delinquenten umgehen könnte (Zuckerbrot und Peitsche – nachlesen!)
  • Nulltoleranz bei Broken Windows, illegaler Müllentsorgung, Grafittis, Vandalismus, etc (Verfall entsteht durch Duldung)
  • Bauliche Massnahmen – nur Menschen, die etwas zu verlieren haben, werden gemeinschaftliche Werte schätzen lernen
  • finanzielle Mittel auftreiben, die viele gutgemeinte Initiativen kosten (zB Abgaben auf Leerstand, Schließung von Läden, in denen mit Drogen gehandelt wird, Geldbußen für Übeltäter aller Art, etc)
  • Sicherheit erhöhen: drastische Maßnahmen müssen jedoch verhältnismäßig und zeitlich befristet sein und kontrollierbar. Und sie dürfen nicht diskriminieren.
  • to be continued

Es werden noch viele andere Probleme angerissen, die einer Stadtgesellschaft zu schaffen machen können. So die Frage nach dem Umgang mit IS-Rückkehrern. Nach der Diversität. Nach der Inklusion. Nach der Idendität. Oder den Idenditäten…

Lesen Sie das Buch. Es lohnt. Es überzeugt in seinen Praxisbeispielen. Es beweist, dass man eine Strategie haben muss und nicht nur an Symptomen herumdoktern sollte. Es macht Hoffnung, weil wir alle dazu lernen können. Immer. Und immer wieder. Denn nichts ist von Dauer.

Als Taschenbuch der Beckschen Reihe für 14,95 € bei Ihrem örtlichen Buchhändler oder kindle edition via amazon.


Sachbuch des Monats Juli 2021: Becoming. Meine Geschichte. Von Michelle Obama

Lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen, weil mir der gebundene Wälzer einfach zu schwer und zu viel war. Und der Titel nicht gefiel. Ausserdem habe ich mich gefragt, was das Leben einer schwarzen großen Frau aus den USA mit meinem bleichen kleinen Leben in Deutschland gemeinsam haben könnte.

Überraschung! Sehr viel. Mir hat das Buch großes Vergnügen bereitet und daneben zahlreiche Einsichten. Das Leben von Frauen und Müttern im Schatten der nationalen und internationalen Politik, ihre Beteiligung daran, aber auch ihr Zurückschrecken vor manchen Konsequenzen kamen mir sehr vertraut vor.

Dieses Buch ist kein langweiliger Selbstbeweihräucherungs-Schmöker, sondern ein lebendiges, kurzweiliges und sehr ehrliches Nachzeichnen eines amerikanischen Lebenslaufes. Obama verschweigt nicht den Stolz und die Opfer, die es bedeutet, wenn man es als Anwältin in eine der großen Sozietäten geschafft hat – als Frau, als POC. Sie beschreibt aber ebenfalls die Hohlheit der Statussymbole, das Fehlen des, wie es neudeutsch so schön heißt, purpose. Und dann trifft sie auf einen jungen – ganz und gar nicht amerikanisch, sondern kosmopolitisch aufgewachsenen Mann – der ihr aus diesem Käfig heraushilft. Aber auch vor ganz andere Herausforderungen stellt. Am Ende findet sie sich wieder eingesperrt – ins Weiße Haus zwar, aber unfrei.

Sehr berührend das Anfangs- und Schlussbild: Dass man mit einem Teller barfüßig im Garten sitzen und essen kann, was man mag. Ohne Protokoll, ohne Angst, ohne Plan. Welch eine Freiheit!

Kurzum: Dieses Buch ist lesenswert. Es ist ganz im Hier und Jetzt angesiedelt. Und es ist ehrlich. Und sehr spannend, weil man ja viele Momente dieser intensiven Zeit selbst mit erlebt hat, wenn auch aus der Ferne.

Für 18,-€ als Broschur beim Autorenweltshop oder – noch besser: bei Ihrem örtlichen Buchhändler – zu haben!


Sachbuch des Monats Juni 2021: Alle Drei Tage. Von Laura Backes und Margherita Bettoni

Femizide kommen vor. Auch bei uns. Alle drei Tage ist einer erfolgreich. Man mag es nicht glauben, aber es ist wahr. Die Politik diskutiert darüber, ob man das, was ein Femizid ist, auch so nennen soll – oder nicht doch lieber ein Verbrechen aus Leidenschaft, ein Familiendrama oder eine Beziehungstat. Oder sogar einen Ehrenmord. Weil Männer eine Ehre haben, Frauen aber nicht…

Und was ist nun ein Femizid? Wie ist es möglich, dass man einen Mord an einer weiblichen Person nicht Mord nennt? Hier spricht der SPD Politiker Pistorius darüber:

Frauen, die solches überlebt haben, sprechen nicht gerne darüber. Deshalb ist es gut und verdienstvoll, dass die beiden Autorinnen fünf zum Tode bedrohte Frauen befragen durften und befragt haben.

Der Untertitel des Buches lautet: Warum Männer Frauen töten und was wir dagegen tun müssen.

Zu allererst einmal einen Mord einen Mord nennen. Und zum zweiten einen Mindeststrafrahmen finden, der passt – damit kein mitfühlender Richter*innen mehr auf kulturelle Zugehörigkeiten, die anders seien, abheben kann. In unserem Land gelten unsere Gesetze. Punkt.

Im Autorenwelt Shop für 20,-€ zu haben.


Sachbuch des Monats Mai 2021: Väter und Töchter. Von Susann Sitzler

Es ist unglaublich, was die Journalistin und Sachbuchautorin Susann Sitzler da zusammengetragen hat über Väter und Töchter. So vieles in diesem gewichtigen Buch kommt einem bekannt vor, wenn man gegen Mitte des letzten Jahrhunderts geboren wurde. Fairerweise müsste man die Väter in zwei Gruppen teilen :

die Väter von früher

und

die Väter von heute.

Womöglich gilt dies auch für die Töchter?

Susann Sitzler hat keine Mühe gescheut, der Frage auf den Grund zu gehen, was diese Beziehung eigentlich für eine ist: eine tiefe, eine befrachtete, eine oberflächliche, eine die Zukunft bestimmende? Sicher ist jedenfalls, dass das Verhältnis zum Vater später auch seinen Einfluss auf die Partnerwahl haben wird, wenn der Partner ein männlicher ist. Vielleicht aber auch im anderen Fall?

Susann Sitzler ist ein sehr freimütiges und offenes Buch gelungen. Sie scheut sich nicht, tief in ihrer eigenen Vergangenheit nachzugraben und fündig zu werden mit Erkenntnissen über den ersten, den biologischen Vater, und den zweiten, den Stiefvater. Herzzerreißend sind manche Erinnerungen, die der Tochter zuerst einfallen, wenn sie an ihren ersten Vater denkt – zumeist negative Emotionen, die traurigerweise viel fester sitzen als die positiven Wie zum Beispiel das kleine Mädchen, das eben mit dem Ballett-Unterricht begonnen hat, vor einem Schaufenster mit tülligen Tutus steht, voller Sehnsucht und voller zarter Ballerina-Träume. Solch ein Röckchen wünscht sie sich zum Geburtstag und der Vater weiß nichts besseres zu antworten als auf ihren allzu gesunden Kinder-Appetit anzuspielen. Das saß. Und wird bis ans Lebensende sitzen bleiben.

Kühn auch, wie sie Männer aus ihrem eigenen privaten Umfeld zum Thema Prostitution befragt und deren Antworten kaum herunterschlucken kann – so sehr entsprechen diese dem Klischee und so sehr verraten sie, dass Männer über solche Frauen-Schicksale keine Sekunde nachdenken.

Ich denke, die Väter von heute, die care-Väter sind, die ihren Töchtern ebenso nahe sind wie die Mütter, hätten ganz und gar anders geantwortet. Die Welt entwickelt sich weiter!

Ein lesenswertes Buch, wenn Sie männlich sind und Töchter haben. Immer daran denken, dass die Frauen, die im Leben weit gekommen sind und sich selbst viel zutrauen (Beispiele im Buch!), den Wind unter ihren Flügeln oftmals von den Vätern bekommen haben.

Und auch lesenswert für Töchter aus dem vergangenen Jahrhundert, die ganz sicher viele der beschriebenen Erfahrungen teilen. Und vielleicht bis heute darunter leiden.

Mehr dazu im SpiegelOnline.

Für 20 € im Autorenweltshop schnell zu bestellen.



Sachbuch des Monats April 2021: Die 1% Methode. Von James Clear.

Schon seit Längerem habe ich den Newsletter von James Clear in meinem Mailfach. Er schickt mir da jede Woche schlaue Sprüche und mehr:

  • 3 Ideen von ihm
  • 3 kluge Zitate
  • 3 Fragen

Nicht immer, aber oft lese ich das mit Gewinn. Nun habe ich sein berühmtes Atomic-Habits-Sachbuch gelesen:

Die 1% Methode,

so heißt es auf Deutsch.

Im Autorenweltshop kostet es 13,-€, ist also absolut erschwinglich. Man kann tatsächlich sein Leben verbessern, indem man mikroskopisch kleine Änderungen vornimmt. Wie das geht, beschreibt Clear haarklein. Nur so viel sei jetzt hier gesagt:

Die Änderung muss attraktiv sein. Das Nicht-Befolgen muss mühsamer sein als das Tun. Es muss eine Weile lang durchgehalten werden. Es muss belohnt werden. Und kontrolliert, abgehakt.

Alles Dinge, die nicht neu sind, aber clever gebündelt und unterfüttert durch wissenschaftliche Ergebnisse und farbige Fallbeispiele. Sehr überzeugt hat mich zum Beispiel dieses: Ein hoher Prozentsatz der US-Soldaten, die in Vietnam Dienst taten, waren drogenabhängig. Wenn Drogenabhängige Entziehungskuren machen, werden immer sehr, sehr viele rückfällig, d.h. die Erfolgsquote ist erschreckend niedrig. Die Soldaten aber, zurückgekehrt in ihre Heimatorte, hatten eine hohe Heilungsquote und wurden nicht oder selten rückfällig. Warum? Man muss es nachlesen, um es zu verstehen- stark verkürzt: Für die Rückkehrer war der schnelle Griff zur Droge nicht mehr so einfach wie in Asien. Die Freunde animierten nicht dazu. Die Sozialkontrolle in der Heimat war hoch.

Alles klar. Und was lernen wir daraus? Das Handy zum Daddeln darf nicht griffbereit auf dem Schreibtisch liegen, sondern muss in einer weit entfernten Schublade aufbewahrt werden… wenn man es zwei Stunden nicht angefasst hat, darf man eine Tasse Kaffee trinken. Man muss die Menschen um einen herum einweihen in die neue Strategie, damit man unter die – ja, gewiss, auch lästige – Sozialkontrolle kommt.

Einfach, nicht wahr? Altbekannt auch. Aber dennoch – das Buch lohnt sich. Meine zwei – nicht so ganz kleinen (!) – Änderungswünsche habe ich schon auf die Schiene gesetzt: mehr Ingwertee trinken während des konzentrierten Bürovormittags. Und weniger Alkohol trinken während des gemütlichen Feier-Abends. Die Belohnung?

Wird hier nicht verraten. Kaufen Sie das Buch.



Sachbuch des Monats März 2021: Sprache und Sein. Von Kübra Gümüsay

Kübra Gümüsay ist keine Unbekannte – sie hat sich einen Namen gemacht als Sprachkundige, Journalistin und Frauenrechtlerin. In ihrem neuen Buch untersucht sie die Sprache an sich: Wo sie herkommt, was sie bedeutet, was sie auslöst und wie sie wirkt.

Das rund 200seitige Buch – immerhin in der Spiegel Bestsellerliste geführt! – zeigt uns kurzweilig und in schöner ausgeruhter, poetischer Sprache durch die unterschiedlichsten Betrachtungsweisen, durch deren “Fenster” man Sprache untersuchen kann: Als Fremdsprache zum Beispiel kann sie uns in den unterschiedlichen Sprachräumen unterschiedliche Sichtweisen offerieren. Ein schönes Beispiel dafür ist Yakamoz, ein Glanz, ein Schimmer, den nur der- oder diejenige aktiv wahrnimmt, wenn sie oder er das Wort kennt. Dinge werden existent – dadurch, dass sie benannt werden. Auch darum geht es nicht zuletzt in der derzeitigen Identitätsdebatte.

Yakamoz = der Schimmer des Mondes über dem Meer

Als Vertreter*in einer Minderheit kann man Sprache ganz anders erfahren als es die Mehrheit tut: Man wird immer wieder erleben müssen, als pars pro toto herzuhalten – wenn man sich dieser gewaltigen Verantwortung bewusst wird, kann man jegliche Unbefangenheit verlieren. So sind die Türken! denkt dann manch Deutscher, so sind die Afghanen, so sind die Moslems eben! Und das arme Gegenüber bekommt das ganze schwere Paket auf die Schultern geladen.

“Die Emanzipation der Gutmenschen” auf der re:publica (#rp17) in Berlin. Foto: re:publica/Jan Zappner

Die Autorin spricht vom Preis, den zu bezahlen eine öffentliche Person bereit sein muss, über Hassmails und Anfeindungen, über die Agenda der Rechten und den Absolutheitsglauben. In ihrem letzten Kapitel skizziert sie, wie ein neues Sprechen aussehen könnte. Was bedeutet eine “plurale und paritätische Gesellschaft” wirklich? Wie könnte sie kommunizieren?

Interessant, nachzulesen was Kübra Gümüsay dazu zu sagen hat. Leseempfehleung! 18,-€ bei Hanser Berlin.

Mehr zur Wortwahl, die prekär werden kann, kann man im Chrismon Poscast nachhören: 20 Minuten für die Untersuchung eines bestimmten Wortes. Zum Beispiel das Wort : exotisch. Was bedeutet das für eine afrodeutsche (yorubastämmige) Frau? “Sprachstunde” heißt das Konzept – wir dürfen neugierig sein.



Sachbuch des Monats Februar 2021: Die beste Zeit für guten Stil von Susanne Ackstaller

Susanne Ackstaller kenne ich seit vielen Jahren. Sie ist die Gründerin des genialen Netzwerks für wortstarke Frauen, des Texttreff. Sie betreibt den sehr lesenswerten Blog Texterella, den wir hier schon empfohlen haben. Dort hat sie ihren typischen Susi-Ackstaller-Sound entwickelt, der auch ihr erstes Buch prägt:

Die beste Zeit für guten Stil. Fashion for Women. Not Girls.

Hier sieht frau schon: Englisch und Deutsch fröhlich gemixt… das ist typisch für die Autorin: undogmatisch, unprätentiös, optimistisch, frech und auch ein kleines bisschen provokant schaut sie in die Welt und nimmt uns mit auf ihre modischen Ausflüge. Da gibt es schicke Outfits, dezente Outfits, kuriose Outfits, schrille Outfits … alles ist möglich, was gefällt. Oh, nicht allen gefällt, aber genau das ist doch das Ziel: Wer everybody’s darling sein will, bleibt am Ende niemandem in Erinnerung.

In Interviews und Porträts erzählen außerdem elf inspirierende und stilbewusste Frauen, wie Kleidung ihre Persönlichkeit unterstreicht, wie sich ihr Modebewusstsein verändert hat und was sie Frauen ab 50 in puncto Mode mit auf den Weg geben würden. Die beste Zeit für guten Stil ist ein motivierender Guide, der alle Frauen darin bestärkt, ihren eigenen (Mode-) Weg zu gehen. Und:

Die beste Zeit dafür ist nicht irgendwann, sondern genau jetzt!
Susi Ackstaller beim Genießen (Knesebeck)

Martina Klein hat die Fotos von den Ladys und Susi Ackstaller gemacht:

Martina Klein beim Fotogrfieren (Knesebeck)

Und Veronika Gruhl hat illustriert. Ein wunderhübsches Buch ist das geworden, Mit einem Flexicover und Klappen und 176 Seiten, für 25,-€ im Knesebeck-Verlag. Ein tolles Geschenkbuch für alle Frauen, denen ihr Äußeres nicht egal ist…



Sachbuch des Monats Januar 2021: Gastfreundschaft von Priya Basil

Priya Basil ist eine junge Frau, die als Inderin in Kenia aufgewachsen ist, später nach London zog und nun seit zehn Jahren in Berlin zu Hause ist. Sie hat eine Grossmutter, die wunderbar kochen konnte, aber nie ein Rezept verriet…und Priya isst gerne, sehr gerne. Wie schön, dass ihr eigener Nachname ein schmackhaftes Gewürz bezeichnet: Basil ist englisch und bedeutet Basilikum. Dies – neben vielem anderen – hat sie dazu bewegt, ein philosophisches Büchlein über die

Gastfreundschaft

zu schreiben.

Sie erläutert, wie die alten Griechen Xenia, die Gastfreundschaft, lehrten und mit Regeln versahen, weil sie glaubten, dass die Götter sich manchmal unter die Menschen mischten und keine Gastfreundschaft schlimme Folgen haben konnte. Und wie wir heute in Deutschland (und auch damals in Kenia) unsere Kinder lehren, dass Fremden erst mal nicht zu trauen ist. Interessant auch, dass das englische Wort hospitality heute oft im Zusammenhang mit industry genannt wird: die hospitality industry. Sprich, die traditionell geldlose Gastfreundschaft ist heute ein kostenbewusstes Dienstleitungsgewerbe geworden.

beim Autorenwelt Shop für 14,- € zu haben

Die Autorin untersucht vielerlei Aspekte des Kochens, Rezeptierens, Anbietens und Einladens und lässt so nebenbei auch kleine politische Exkursionen in die komplexe Welt von heute zu. Hier beantwortet sie selbst ein paar Fragen zum Thema:

Und hier gibt es einen Text und ein Interview mit Priya im Deutschlandfunk.

Viel Vergnügen mit dem Büchlein aus der Insel Bibliothek. Übrigens ein wunderbares Gastgeschenk!!!

Die Sachbuch Empfehlungen von 2020 und 2021

Kluge Köpfe sind immer gefragt (***)

Und hier die Sachbücher, die andere empfohlen haben:


Und geht es zu den Anthologien, mit denen wir uns zuvor beschäftigt haben:

Eine Auswahl der Anthologien (***)

Die Anthologien:

Wir haben uns vorgenommen, jeden Monat eine Anthologie zu empfehlen – Bücher, die Kurzgeschichten verschiedener Autorinnen und Autoren enthalten, sind zwar beliebt, aber eben auch schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. An dieser Stelle besprochen haben wir bereits Diagnose Mord (Mord & Medizin) im buchvolkverlag, Fremdsein (Zuwanderung und Flucht) im Eigenverlag einer Schweizer Journalistin, Suche Trödel, finde Leiche (Krimi & Dachboden) im KBV-Verlag, Der Zwölfelf  (sanfter Grusel) im Eigenverlag des Autorenexpress,  Mondäne Morde im Solibro-Verlag, die Tödliche Kehrwoche im Theiss-Verlag , Fürchtet Euch nicht im Ullstein Verlag,  Tatort Berg aus dem Vertigo-Verlag, sowie die Gefängnis-Anthologie Gesiebte Luft aus dem Silberburg Verlag, die Sammlung historischer Kriminalfälle Henker, Huren, Mordgesellen aus dem Wellhöfer Verlag und Die Stunde des Vaters aus dem Verlag Ulmer Manuskripte sowie das Mördchen für Örtchen aus dem KBV-Verlag und das Westfälisches Mordkomplott aus dem Leda Verlag. Dann hatten wir den Tatort Bayern aus dem Grafit Verlag im Programm und danach Bitte mit Schuss, eine Berlin-Sammlung. Im Monat September 2018 stellten wir Wilde Vögel fliegen vor, im Oktober Pizza, Pasta & Pistolen. Im November war es aus dem buchvolk Verlag Mordssachsen und im letzten Monat des Jahres 2018 die Anthologie Nur Bachus war Zeuge.
Im Jahr 2019 haben wir im Januar die kecke, im Ariadne Verlag erschienene Sammlung Tödlichs Blechle vorgestellt und im Februar Mord ist die beste Medizin. Danach kam Tatort München aus dem Vertigo Verlag und Mehr Morde am Hellweg im Grafit Verlag. Danach Grenzfälle im Gmeiner Verlag und Blumenpracht und Mordidyll im Topp+Müller Verlag und Verdächtige Freunde im Scherz-Verlag.

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